{"id":2248,"date":"2019-09-04T17:30:12","date_gmt":"2019-09-04T15:30:12","guid":{"rendered":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/?p=2248"},"modified":"2019-09-04T18:00:19","modified_gmt":"2019-09-04T16:00:19","slug":"radfahrinitiative-schildbuergerstreich-benhauser-strasse","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/radfahrinitiative-schildbuergerstreich-benhauser-strasse\/","title":{"rendered":"Radfahrinitiative: Schildb\u00fcrgerstreich Benhauser Stra\u00dfe, Pressemitteilung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/uteschwarz-benhauserstr-berliner-ring-w.jpg\" alt=\"\" width=\"171\" height=\"240\" \/>Unser Foto zeigt einen seit Wochen diskutierten Schildb\u00fcrgerstreich, der die Bestrebungen g\u00fcnstige Radwegeverbindungen zu schaffen konterkariert.<br \/>\nDer fr\u00fchere 2-Richtungsradweg auf der n\u00f6rdlichen Seite der Benhauser Stra\u00dfe wurde stadtausw\u00e4rts zum Fu\u00dfweg deklariert, mit dem Zusatz &#8220;f\u00fcr Radfahrer frei&#8221;.<br \/>\nDas bedeutet, dass Radfahrende lediglich Schritttempo fahren d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: 10px;\">Foto: Ute Schwarz, Benhauser Stra\u00dfe, Berliner Ring, Paderborn<\/span><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>Pressemitteilung zum Thema, 01.09.2019<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Entwicklung von Grunds\u00e4tzen f\u00fcr die Planung einer sicheren\u00a0Infrastruktur f\u00fcr Radfahrende in Zusammenarbeit mit der\u00a0Stadt Paderborn<\/strong><\/p>\n<p>Die Initiative f\u00fcr Radfahrende in Paderborn (INI), eine Projektgruppe\u00a0des Umweltschutzvereins pro gr\u00fcn, traf sich am\u00a021.8.2019 zum 100sten Mal. Seit rund einem Jahr erarbeitet sie\u00a0in Paderborn gemeinsam mit der Stadt Grunds\u00e4tze f\u00fcr eine sichere\u00a0Infrastruktur im Bereich Radverkehr.\u00a0Dabei hat sie insbesondere auch die Ziele, die sich die Stadt bei diesem Thema gesetzt hat, im Blick. So arbeiten Mitglieder der INI in diversen Gremien mit: In der AG Radsicherheit, am Runden Tisch Radverkehr und in der Projektgruppe zum Integrierten Mobilit\u00e4tskonzept (IMOK).<\/p>\n<p>Das IMOK nimmt alle Verkehrsteilnehmer in den Blick und will\u00a0u.a. dem Radverkehr mehr Gewicht in allen Planungsbereichen\u00a0verleihen.\u00a0Einzelma\u00dfnahmen, auch l\u00f6bliche, ersetzen kein Gesamtkonzept.\u00a0Dieses liegt bis heute nicht vor, nicht in der Verwaltung, nicht in\u00a0der Politik.<\/p>\n<p>Die Probleme im Bereich Radverkehr sind vielschichtig:<\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle;\">\n<li>Fahrradstra\u00dfen, die zugeparkt werden d\u00fcrfen;<\/li>\n<li>Fahrerlaubnis gegen die Einbahnstra\u00dfen, in denen der Platz\u00a0ausschlie\u00dflich f\u00fcr den ruhenden Verkehr von KFZ reserviert\u00a0ist;<\/li>\n<li>\u00fcberlange Rotphasen an Lichtsignalanlagen;<\/li>\n<li>st\u00e4ndige Wechsel zwischen Radwegen, Seitenstreifen und\u00a0Stra\u00dfenbefahrung;<\/li>\n<li>insgesamt schlechte Wegequalit\u00e4t, sogar nach \u201eRenovierungen\u201c;<\/li>\n<li>Unklarheiten zur Benutzungspflicht von Radwegen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Viele gute Beispiele aus L\u00e4ndern, die schon l\u00e4nger den Radverkehr f\u00f6rdern, k\u00f6nnen mit\u00a0wenig Aufwand adaptiert werden. Als Beispiel sei das niederl\u00e4ndische Design von Knoten\u00a0(Kreuzungen) genannt, bei dem die Sicherheit des Radverkehrs h\u00f6chste Priorit\u00e4t hat.\u00a0Ein sinnvolles Gesamtkonzept muss Zust\u00e4ndigkeiten und Verantwortlichkeiten erkennen\u00a0lassen, damit Fortschritte messbar werden, z.B.: Wer macht was bis wann?<\/p>\n<p>Problematisch ist auch das allgemein fehlende Bewusstsein f\u00fcr den Radverkehr: Die\u00a0Einsicht, dass Radfahrende als Verkehrsteilnehmer grunds\u00e4tzlich auf die Fahrbahn geh\u00f6ren,\u00a0hat sich immer noch nicht durchgesetzt.\u00a0Damit verbunden ist auch das fehlende Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, wie gef\u00e4hrdet Radfahrende oft\u00a0sind. So k\u00f6nnen Fahrrad-Schutzstreifen, die direkt neben KFZ-Parkstreifen verlaufen, zur\u00a0gro\u00dfen Gefahr werden, wenn beispielsweise eine Autot\u00fcr unvorsichtig ge\u00f6ffnet wird.<\/p>\n<p>Im letzten Fahrrad-Klimatest ist Paderborn leider deutlich zur\u00fcckgefallen \u2013 deshalb ist es Zeit f\u00fcr\u00a0einen echten Perspektivenwechsel. Wenn wir unsere Stadt lebenswert erhalten wollen,\u00a0muss der motorisierte Kurzstreckenverkehr verringert werden zugunsten des\u00a0Fahrrad-\/Fu\u00dfg\u00e4ngerverkehrs und des \u00d6PNV.\u00a0Daf\u00fcr ist es erforderlich, die genutzte Verkehrsfl\u00e4che anders zu verteilen: u.a. durch den\u00a0R\u00fcckbau vierspuriger zu zweispurigen Stra\u00dfen. Als Beispiele seien hier die Detmolder\u00a0Stra\u00dfe, die Neuh\u00e4user Stra\u00dfe sowie die Bahnhofstra\u00dfe genannt. Letztere steht besonders durch\u00a0den Bahnhofs-Neubau im Fokus.<\/p>\n<p>Die aktuellen \u00c4nderungen der StVO (z.B. 1,50 m Mindestabstand beim \u00dcberholen von\u00a0Radfahrenden, absolutes Halteverbot auf Fahrrad-Schutzstreifen) gehen in die richtige\u00a0Richtung, zeigen aber auch, wie befangen die Politik vorgeht, wenn lieb gewonnene Autofahrer-Gewohnheiten betroffen sind.\u00a0Um die Menschen vom Umstieg zu \u00fcberzeugen, muss der Radverkehr positiv besetzt\u00a0sein. Dazu geh\u00f6ren auch gute Abstellanlagen f\u00fcr (Lasten-)Fahrr\u00e4der beim Einzelhandel\u00a0und in der gesamten Stadt.<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Gesichtspunkt wird bei Diskussionen rund um eine gute Infrastruktur gerne\u00a0vergessen: Radfahren macht Spa\u00df, ist gesund und nicht gef\u00e4hrlich. Selbst bei schlechter\u00a0Radinfrastruktur \u00fcbersteigt der Nutzen des Radfahrens die Risiken. Mit guter Infrastruktur\u00a0ist auch die gef\u00fchlte Sicherheit gr\u00f6\u00dfer.\u00a0Nat\u00fcrlich gibt es Gefahren f\u00fcr Radfahrer, aber sie gehen meistens von schweren und zu\u00a0schnellen Kraftfahrzeugen aus, insbesondere dann, wenn der Kraftfahrer abgelenkt oder\u00a0\u00fcberfordert ist. Deshalb ist es enorm wichtig, Radfahrer durch eine exzellente Infrastruktur\u00a0vom schnellen Autoverkehr zu trennen. Alternativ sollten die Geschwindigkeiten der Kraftfahrzeuge\u00a0stark beschr\u00e4nkt werden, wo eine strikte Trennung nicht m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Als weitere Forderungen f\u00fcr die F\u00f6rderung des Radverkehrs benennt die Initiative f\u00fcr Radfahrende\u00a0folgende Ma\u00dfnahmen:<\/p>\n<ul>\n<li>eine gerechte Platzverteilung der Parkfl\u00e4chen, die jeweils Fahrr\u00e4dern und Autos zur\u00a0Verf\u00fcgung stehen<\/li>\n<li>Abschaffung der Ungleichbehandlung bei den Ampelschaltungen, nach wie vor hat das\u00a0Auto Priorit\u00e4t<\/li>\n<li>eine neue Aufteilung der Verkehrsfl\u00e4chen, was die Verkehrssicherheit erh\u00f6ht und auch\u00a0dem Umweltschutz dient.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Langfristiges Ziel muss eine autofreie Innenstadt sein. Dass\u00a0das geht, zeigen Beispiele anderer St\u00e4dte, wie u.a. Kopenhagen.<\/p>\n<p><em>Die Treffen der Initiative f\u00fcr Radfahrende finden in der Regel am 3. Mittwoch im Monat um\u00a019.30 Uhr im Forum Ferdinandstrasse, Ferdinandstr. 17 statt.\u00a0Interessierte sind jederzeit willkommen, daran teilzunehmen.\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>\u00dcbrigens k\u00f6nnen Radfahrende \u00fcber die Meldestelle RADar (auf der Homepage der Stadt\u00a0Paderborn) einfach und schnell auf Missst\u00e4nde hinweisen.\u00a0Im Rahmen der Digitalisierung wird die entsprechende Meldestelle der Initiative\u00a0(www.radalarm.de) demn\u00e4chst mit der st\u00e4dtischen verkn\u00fcpft.<\/em><\/p>\n<p><em>Weitere Informationen zur Arbeit der Initiative: www.radalarm.de.<\/em><\/p>\n<p>Verfasser: Dieter Dubisch, pro gr\u00fcn e.V. Paderborn<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Foto zeigt einen seit Wochen diskutierten Schildb\u00fcrgerstreich, der die Bestrebungen g\u00fcnstige Radwegeverbindungen zu schaffen konterkariert. 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