{"id":2572,"date":"2019-11-05T20:01:06","date_gmt":"2019-11-05T19:01:06","guid":{"rendered":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/?p=2572"},"modified":"2019-11-07T16:31:51","modified_gmt":"2019-11-07T15:31:51","slug":"neubau-verwaltung-pb","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/neubau-verwaltung-pb\/","title":{"rendered":"Neubau Verwaltung Paderborn"},"content":{"rendered":"<h4>Neubau des Verwaltungsgeb\u00e4udes am Abdinghof\/Marienplatz.<\/h4>\n<h4>Paderborner Natur- und Umweltschutzverb\u00e4nde nehmen Stellung \u2013 im Rahmen des Paderborner Stadthaus Dialogs \u2013 mit Anschreiben an Herrn Dreier (B\u00fcrgermeister) und Frau Warnecke (Beigeordnete).<\/h4>\n<h4><a href=\"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/123drei-hasenbebauung-2019-rbw\/\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2582 alignleft\" src=\"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/123drei-Hasenbebauung-2019-RBw.jpg\" alt=\"Drei-Hasenbebauung, Grafik mit freundlicher Genehmigung durch Architekt Roland Bauer\" width=\"382\" height=\"530\" srcset=\"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/123drei-Hasenbebauung-2019-RBw.jpg 346w, http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/123drei-Hasenbebauung-2019-RBw-216x300.jpg 216w, http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/123drei-Hasenbebauung-2019-RBw-300x416.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 382px) 100vw, 382px\" \/><\/a>Kernsanierung, Geschossh\u00f6he und Eingangsbereich<\/h4>\n<p><strong>Der ehemalige langj\u00e4hrige Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der Architekt Heinrich Knipping, hat zum Neubau des Verwaltungsgeb\u00e4udes am Abdinghof\/Marienplatz einen Vorschlag gemacht und detaillierte Pl\u00e4ne dazu entwickelt, die aus Sicht unserer Paderborner Natur- und Umweltschutzverb\u00e4nde\u00a0 sehr plausibel erscheinen und die auch aus Gr\u00fcnden der Energie- und der Ressourceneinsparung, die damit verbunden w\u00e4ren, unbedingt ernsthaft gepr\u00fcft werden sollten.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dabei darf es bei der Umplanung jedoch nicht\u00a0 zu einer g\u00e4nzlichen Neuplanung kommen, die mit einer Verz\u00f6gerung von Jahren und einer entsprechenden Kostensteigerung verbunden ist. Das Architektenb\u00fcro Behet sollte bei nachgewiesener Umsetzbarkeit dieses Konzeptes einer Kernsanierung diese auch baldigst umsetzen k\u00f6nnen. Eine Umgestaltung des Behetschen Wettbewerbsentwurfs wird ohnehin notwendig und eine weitergehende Umplanung wird erforderlich werden, wird doch die vorgestellte R\u00fccksetzung der Fassade am Marienplatz um einige Meter der neuen Situation am Marienplatz \u2013 nach dem vom Rat beschlossenen Erhalt von Stra\u00dfenverlauf, Mauer, Aufwallung und Baumbestand \u2013 nicht mehr gerecht<\/p>\n<p>Das \u201eRathaus\u201c \u2013 so wird es bei der Bewertung des Wettbewerbsentwurfs genannt \u2013 verliert seine repr\u00e4sentative Dominanz und wird zu einem modernen Verwaltungsgeb\u00e4ude; \u201edie Anlage kehrt dem Eingang den R\u00fccken zu\u201c \u2013 so hei\u00dft es mit Recht im Auslosungstext.<\/p>\n<p>Es wird weiterhin der Marienplatz mit seiner Namensgeberin und ihrem gr\u00fcnen Lindenkranz den Platz dominieren, nicht ein neues Rathaus. Dies will die Kirchengemeinde St. Liborius und dies wollen offenbar auch breite Teile der Paderborner Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Wir stellen sowohl diesen Text als auch den nachfolgenden von Herrn Knipping online im Rahmen des Stadthaus Dialogs. Zur Klarheit f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit erscheint es uns hilfreich, auch die Zeichnung von Herrn Knipping zur Kernsanierung online zu stellen.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12px;\"><em>Fritz Buhr, Arbeitsgemeinschaft der Paderborner Natur und Umweltschutzverb\u00e4nde<\/em><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<h5><strong>Kernsanierung Geb\u00e4udeteil C Am Abdinghof<\/strong><\/h5>\n<h5>Heinrich Knipping<\/h5>\n<p>Das vorhandene Geb\u00e4ude Am Abdinghof, Geb\u00e4udeteil C,\u00a0 ist eine 6-geschossige Stahlbetonkonstruktion aus dem Anfang der 60-er Jahre. Die Raumaufteilung entspricht den heutigen Anforderungen an B\u00fcrogeb\u00e4ude. Die \u00dcberg\u00e4nge zu den Geb\u00e4uden Am\u00a0 Abdinghof, die erhalten bleiben sollen, sind barrierefrei. M\u00e4ngel\u00a0 bestehen in der technischen Geb\u00e4udeausstattung, der Fassade und in nicht ausreichenden Rettungswegen.<\/p>\n<p>Die Neubauplanung des B\u00fcro Behet sieht an dieser Stelle Am Abdinghof, Geb\u00e4udeteil C, einen Abriss des Geb\u00e4udes vor und einen 4-geschossigen Neubau mit im wesentlichen gleicher Grundrissstruktur. Auch das sogenannte \u201eOstermanngeb\u00e4ude\u201c C a \u00a0am Marienplatz soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.\u00a0Der offensichtlich gute Zustand der tragenden Stahlbetonbauteile des &#8220;Abdinghofgeb\u00e4udes&#8221;(Geb\u00e4udeteil C)\u00a0 l\u00e4sst eine Kernsanierung als sinnvoll erscheinen.<\/p>\n<p>Diese Art der Sanierung w\u00fcrde den Ausbau aller nichttragenden Geb\u00e4udeteile, der Fussb\u00f6den, der Geb\u00e4udetechnik und der Fassaden bedeuten. Der Kopf des Geb\u00e4udes zum Marienplatz (Kiosk und \u00f6ffentliche WC-Anlage) m\u00fcsste vollst\u00e4ndig entfernt werden.<\/p>\n<p>Das stehenbleibende Stahlbetongeb\u00e4ude w\u00fcrde im Inneren wieder mit erforderlichen W\u00e4nden, B\u00f6den und technischer Ausr\u00fcstung in zeitgem\u00e4\u00dfer Form ausgestattet, die Fassaden entsprechend architektonischer und energetischer Anforderungen. Die Verbindung zum geplanten Neubau Marienplatz w\u00e4re unproblematisch, da Grundrisse und H\u00f6henlage der vorhandenen Geschosse weitgehend mit dem an dieser Stelle vorgesehenen Neubauabschnitt identisch sind.<\/p>\n<p>Statt der geplanten 4-Geschossigkeit\u00a0 des Abdinghof-Geb\u00e4udeteils k\u00f6nnte bei einer Kernsanierung die vorhandene 6-Geschossigkeit erhalten bleiben. Dies h\u00e4tte den Vorteil, dass auf die oberen beiden Stockwerke des 6-st\u00f6ckig geplanten \u201eOstermanngeb\u00e4udes\u201c am Marienplatz verzichtet werden k\u00f6nnte. Damit w\u00e4re die in der \u00d6ffentlichkeit vielfach kritisierte Dominanz des Verwaltungsneubaus zum Marienplatz hin gebrochen.<\/p>\n<p>Eingangsgestaltung: Der Hauptzugang vom Marienplatz mit vorgelagerter Treppe w\u00e4re nur in Verbindung mit der &#8211; zwischenzeitlich\u00a0 zur\u00fcckgenommenen &#8211;\u00a0 Neugestaltung des Platzes (Abbau der St\u00fctzmauer und der Anwallung, Entfernen eines Gro\u00dfteils der Linden, Terrassierung des Platzes, Wegebeziehung von der Westernstrasse usw.) sinnvoll. Die jetzt vom Architekten vorgeschlagene Variante mit der R\u00fccknahme der Fassade um einige Meter ist verkehrstechnisch wie architektonisch mehr als unbefriedigend.<\/p>\n<p>Durch die vorgeschlagene Kernsanierung des Altbaus mit Entfernen des &#8220;Kopfes&#8221; ergibt sich an der Ecke Marienplatz\/Abdinghof eine platzartige Situation, an der der zentrale Eingang zum gesamten Geb\u00e4udeensemble angeordnet werden k\u00f6nnte.\u00a0\u00dcber neue Treppen und Aufz\u00fcge in direkter Eingangsn\u00e4he k\u00f6nnten s\u00e4mtliche Verwaltungseinrichtungen in allen Geschossen und die verschiedenen Ebenen der geplanten Markthalle barrierefrei erreicht werden.<\/p>\n<p>Fassadengestaltung: Die zur Zeit wenig einladende Passage im Erdgeschoss des Abdinghofgeb\u00e4udes ist durch die dunkle Wand von den dahinter liegenden R\u00e4umen getrennt. Diese Wand k\u00f6nnte durch verglaste Fl\u00e4chen, die Einblicke und weitere Zug\u00e4nge zur unteren zentralen neuen Halle bieten, ersetzt werden. Denkbar ist auch eine r\u00e4umliche Nutzung der gesamten Passagenfl\u00e4che. Die fu\u00dfl\u00e4ufige Verbindung w\u00fcrde durch die umgestaltete Stra\u00dfenfl\u00e4che verlaufen.<\/p>\n<p>Die H\u00f6he des 6-geschossigen jetzt noch vorhandenen Abdinghofgeb\u00e4udes wird durch R\u00fcckstaffelung der oberen 2 Geschosse gemildert. Der vom Architekten nun geplante neue 4-geschossige Bauk\u00f6rper an dieser Stelle wird nicht wahrnehmbar niedriger ausfallen. Gegen den Erhalt der vorhandenen 6-Geschossigkeit\u00a0 bei der vorgeschlagenen Kernsanierung\u00a0 spr\u00e4chen also keine optisch\/architektonischen Gr\u00fcnde.<\/p>\n<p>Der Erhalt des Abdinghofgeb\u00e4udes durch eine Kernsanierung er\u00f6ffnete zudem die M\u00f6glichkeit von der seriellen Rasterfassade, die sich an drei Stra\u00dfenfronten \u00fcber\u00a0 Marienplatz, Abdinghofstra\u00dfe und Abdinghofplatz mit einer Gesamtl\u00e4nge von ca. 100,00 m erstreckt, wegzukommen.<\/p>\n<p>Auch lie\u00dfen sich in der Abfolge der drei Geb\u00e4udeeinheiten die gewandelten Architekturauffassungen und Entwicklungen der Nachkriegszeit in Paderborn deutlich erfahrbar machen: Abdinghofplatz aus den 50er Jahren, kernsaniertes Geb\u00e4ude Abdinghofstra\u00dfe aus den 60er Jahren und Neubau am Marienplatz aus unserer Gegenwart.<\/p>\n<p>Vorteile der Sanierung von Bauk\u00f6rpern: Erhalt und Sanierung von Stahlbetonbauten der Nachkriegszeit werden in der Fachwelt mit gro\u00dfer Aufmerksamkeit registriert, da hierdurch eine erhebliche Einsparung von Co2 und Betonzuschlagstoffen &#8211; Sande und Kiese &#8211; m\u00f6glich ist. Diese Rohstoffe sind endlich und ihr Abbau ist immer mit einer Landschaftszerst\u00f6rung verbunden.<\/p>\n<p>Sanierte Geb\u00e4ude werden den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht und k\u00f6nnen h\u00f6chste Energieeinsparziele erreichen. Durch den Erhalt der Betonkonstruktion werden gegen\u00fcber einem kompletten Neubau Kosten gespart, die im Falle Abdinghofgeb\u00e4ude ca. 4,0 Millionen Euro betragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Erfolgreich durchgef\u00fchrte und \u00fcberzeugende Sanierungsbeispiele k\u00f6nnen in vielen St\u00e4dten besichtigt werden.<\/p>\n<p>Beispiele in der N\u00e4he:<\/p>\n<ul>\n<li>Kreishaus Unna, Friedrich-Ebertstr.17,<\/li>\n<li>B\u00fcro-und Gesch\u00e4ftshaus\u00a0 Dortmund, Ostenhellweg 50-52\u00a0,<\/li>\n<li>ehemaliges Lufthansahochhaus\u00a0 K\u00f6ln, Deutz, Rheinbr\u00fccke&#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h5>Nachhaltigkeit \/ Klimafolgenanpassung<\/h5>\n<h5>Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft der Paderborner Natur- und Umweltschutzverb\u00e4nde<\/h5>\n<p><strong>Die Arbeitsgemeinschaft der Paderborner Natur- und Umweltschutzverb\u00e4nde fordert \u2013 und damit ist sie sich mit dem in Paderborn ans\u00e4ssigen Pionier des Passivhausstandards Dr. Bernd Steinm\u00fcller einig \u2013 die Einhaltung der\u00a0 Passivhausstandards bei Neubau und Sanierung des Verwaltungsgeb\u00e4udes am Marienplatz\/Abdinghof.<\/strong><\/p>\n<p>Wir bestreiten nicht, dass das jetzt vorgelegte Konzept eine Verbesserung gegen\u00fcber der urspr\u00fcnglichen Planung zeigt; es gilt jedoch der Satz, dass das Gute der Feind des Besseren ist. Die Stadt Paderborn hat dort, wo sie als \u00f6ffentlicher Bautr\u00e4ger auftritt, eine Vorbildfunktion zu erf\u00fcllen, insbesondere da, wo sie f\u00fcr die kommenden 50 bis 100 Jahre an markanter stadtpr\u00e4gender Stelle ein Verwaltungsgeb\u00e4ude errichten will, das sie selbst als ein neues \u201eRathaus\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p>In Anbetracht des nicht mehr zu leugnenden weltweiten Klimanotstandes kann daher die Forderung nur lauten: Erreichen von CO2-Neutralit\u00e4t im Sinne der international erprobten Passivhausstandards bei den zu sanierenden Geb\u00e4udeteilen ebenso wie bei den Neubauten mit dem Ziel \u201ePassivhaus-Plus\u201c im Neubau und dem entsprechend abgeschw\u00e4chten Passivhausstandard \u201eEnerPHIT-Plus\u201c im Altbau. Dabei sollte bedacht werden, dass diese Forderung bei einem so gro\u00dfen Geb\u00e4udekomplex sehr viel leichter zu erf\u00fcllen ist als etwa bei einem alleinstehenden Bungalow, bei dem das Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnis zwischen Geb\u00e4udeh\u00fclle und umschlossenem Raum sehr viel ung\u00fcnstiger ist.<\/p>\n<p>Zur Nachhaltigkeit geh\u00f6rt auch ein sparsamer Umgang mit unserem wichtigsten Lebensmittel, dem Trinkwasser. Daher fordern wir als Umweltschutzverb\u00e4nde die Nutzung von Regenwasser (Dachablaufwasser) f\u00fcr die Toilettensp\u00fclung. Wir werden es uns bei den sich ver\u00e4ndernden Niederschlagsereignissen in unserer Region in Zukunft immer weniger leisten k\u00f6nnen, Wasser von Trinkwasserqualit\u00e4t als Transportmittel f\u00fcr unsere F\u00e4kalien zu nutzen.<\/p>\n<p>Der Grundwasserstand an den meisten Grundwassermessstellen im Stadt- und Kreisgebiet geht in den letzten 10 Jahren kontinuierlich zur\u00fcck wegen geringer werdender j\u00e4hrlicher Niederschl\u00e4ge in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 15 \u2013 20 %. Und wenn es endlich regnet dann h\u00e4ufig in Form von Starkniederschl\u00e4gen, bei denen das Niederschlagswasser oberfl\u00e4chig abflie\u00dft und nicht der Grundwassererneuerung dient. Mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit wird sich dieser Trend im Zeichen des Klimawandels fortsetzen und damit wird in Zukunft nicht mehr ausreichend Trinkwasser aus dem Grundwasser zur Verf\u00fcgung stehen. Tiefere Brunnen k\u00f6nnen dieses Problem nicht l\u00f6sen, wohl aber kann eine Reduzierung des t\u00e4glichen Wasserverbrauchs bei der Toilettensp\u00fclung bis zu 30 % Wasser sparen helfen. Regenwassernutzung bei der Toilettensp\u00fclung sollte auch in den Bebauungspl\u00e4nen f\u00fcr die frei werdenden Kasernengel\u00e4nde verpflichtend vorgeschrieben werden.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12px;\"><em>Fritz Buhr, AG Natur und Umwelt Paderborn<\/em><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<h5 style=\"text-align: left;\">Stellungnahme zu Baustandards in Paderborn<\/h5>\n<h5 style=\"text-align: left;\">Drastische Versch\u00e4rfung Richtung Passivhaus-Plus-Standard notwendig<\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\">\u00a0Dr. Bernd Steinm\u00fcller, BSMC.<\/p>\n<p>Bereits seit der \u00d6lkrise 1973 und der anschlie\u00dfenden Forschung zur rationellen Energieverwendung und Nutzung von Sonnenenergie in Geb\u00e4uden ist bekannt, dass drastische Energieeinsparungen im Geb\u00e4udebereich notwendig und Einsparungen um einen Faktor 5 bis 20 allein mit passiven Ma\u00dfnahmen m\u00f6glich sind.<\/p>\n<p>Wenig sp\u00e4ter wurde klar, dass auch die CO2-Emissionen drastisch gesenkt werden m\u00fcssen. \u00a0Es passierte aber das Gegenteil, so dass die noch verbleibende Emissionsmenge, mit der die Erderw\u00e4rmung mit nur noch 2\/3 Wahrscheinlichkeit auf unter 1,5 C gehalten werden kann, auf rund 500 Milliarden t CO2-\u00c4quivalent gesunken ist. Das bedeutet bei einer derzeitigen Verbrauchsrate von rund 50 Milliarden t\/a, dass wir nur 1 (!) Jahrzehnt f\u00fcr drastische \u00c4nderungen Zeit haben, um klimaneutral und danach \u2013 wegen eines unvermeidlichen \u00dcberschie\u00dfens \u2013sogar \u201eemissions-negativ\u201c zu werden. Das ist der derzeitige Kenntnisstand und die Aussage des Weltklimarates (IPCC)!<\/p>\n<p>In den stark emittierenden Industriel\u00e4ndern, zu denen auch Deutschland geh\u00f6rt, m\u00fcsste es bei anhaltendem Wirtschaftswachstum sogar noch schneller gehen! [siehe hierzu Bericht des Weltklimarats IPCC 2018\/19 https:\/\/www.ipcc.ch\/sr15\/ sowie auch Beitrag von Kurz, Spangenberg, Zahrnt \u201eIPCC-Report Global Warming of 1.5C, Das fehlende Szenario \u201eKlimaschutz ohne Wachstum\u201c in \u00d6kologisches Wirtschaften 2.2019, S.35-39].<\/p>\n<p>Das in Deutschland vor 3 Jahrzehnten entwickelte und international angewandte Passivhauskonzept mit seinem zuletzt 2015 erg\u00e4nzten Satz an progressiven Standards &#8211; die explizit auf eine emissionsfreie auf erneuerbaren Energien basierende Zukunft ausgerichtet sind &#8211; bietet hierf\u00fcr einen weltweit erprobten Rahmen. Der zeigt Wege in eine kohlenstofffreie Zukunft auf und gibt Antworten darauf, wie alte wie neue Geb\u00e4ude nachhaltig saniert bzw. neu gebaut werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Bereits seit den neunziger Jahren k\u00f6nnen ganze Siedlungen im Passivhaus-Standard mit einem Heizw\u00e4rmebedarf von weniger als 10 W\/m2 bzw. 15kWh\/m2a wirtschaftlich und einen Faktor 10 energieeffizienter als traditionell gebaut werden, wie das Beispiel Wiesbaden zeigt. Nachdem folgerichtig ganze St\u00e4dte in Deutschland beschlossen haben, nur noch nach Passivhausstandard zu bauen, entsteht zurzeit in China die gr\u00f6\u00dfte Passivhaussiedlung der Welt (23. Internationale Passivhaustagung, Oktober 2019).<\/p>\n<p>Auch die Stadt Paderborn \u00f6ffnete sich 2009 dem Passivhaus-Standard, errichtete 2010\/2011 mit der Passivhaus-Sporthalle Sande ein erstes Passivhaus und lie\u00df angesichts des Erfolges seitens B\u00fcrgermeister Paus und dem Leiter des Amtes f\u00fcr Geb\u00e4udemanagement Volker Hermann verlautbaren, dass man von nun an nur noch im Passivhausstandard bauen wolle. Dabei wurden in der Folge tats\u00e4chlich eine Reihe der positiven gewonnenen Erfahrungen im st\u00e4dtischen Bauen angewandt, die konsequente Umsetzung blieb jedoch aus und l\u00e4sst weiter auf sich warten. Dies ist umso bedauerlicher, als angesichts der inzwischen f\u00fcr jedermann sichtbaren Versch\u00e4rfung der Klimasituation konsequentes Handeln unabdingbar ist und im st\u00e4dtischen Bereich gro\u00dfe Sanierungs-, Umbau- wie auch Neubauma\u00dfnahmen anstehen, beispielsweise wie hier bei Neubau\/Sanierung der Stadtverwaltung und Neubau\/Sanierung auf den diversen frei werdenden Kasernengel\u00e4nden. Dabei reicht es nicht mehr aus, lediglich den klassischen Passivhausstandard \u201eanzustreben\u201c, sondern diese auch tats\u00e4chlich zu erreichen, besser noch zu unterbieten. Dabei gilt das Motto \u201edie nicht gebrauchte kWh ist die nachhaltigste\u201c. Insbesondere der winterliche Heizw\u00e4rmebedarf muss nachhaltig abgesenkt werden, damit in \u201eDunkelflauten\u201c nicht doch CO2 produziert wird! Dar\u00fcber hinaus sollte auf der Geb\u00e4udefl\u00e4che nach den weiterreichenden Passivhaus-Plus-Standards regenerative Energie nachhaltig erzeugt und gewertet werden. Vermeintliche \u201eGewinne\u201c etwa durch PV im Sommer versprechen nur tr\u00fcgerisch Klimaneutralit\u00e4t, sie d\u00fcrfen nicht bilanziell mit winterlichen Heizw\u00e4rmeverlusten verrechnet werden.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund wird es h\u00f6chste Zeit, dass Deutschland aufwacht und Innovationen, die im eigenen Land ihren Ursprung haben, aufnimmt und nach der Devise \u201eGlobal denken \u2013 lokal handeln\u201c in entsprechende klimapolitische Ma\u00dfnahmen vor Ort umsetzt. Diese Forderung richtet sich insbesondere auch an Paderborn und die hier anstehenden Bau- und Sanierungsprojekte.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12px;\"><em>Dr. Bernd Steinm\u00fcller<\/em><\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: 12px;\">Der Autor ist seit mehr als 4 Jahrzehnten in den Bereichen Energie &amp; Geb\u00e4ude sowie digitale Industrien und Nachhaltigkeitsmanagement regional, national und international aktiv. \u00a0Er hat zahlreiche Initiativen, Netzwerke, Kampagnen zum energieeffizienten nachhaltigen Bauen &amp; Sanieren sowie entsprechende Wettbewerbe als Initiator und Juryvorsitzender mitgestaltet und wurde 2012 als Mitglied eines fr\u00fch wegweisenden Forschungsteams des Philips-Konzerns mit dem \u201ePassive House Pioneer Award\u201c ausgezeichnet. \u00a0Er hat im Oktober 2019 auf der 23. Internationalen Passivhaustagung in China zum Thema \u201eFrom Experimental to Passive House Plus \u2013 Some 4-Decade Insights\u201c vorgetragen und zusammen mit anderen internationalen Experten entschlossenes Handeln angemahnt.<\/span><\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Die Arbeitsgemeinschaft der Paderborner Natur- und Umweltschutzverb\u00e4nde<\/strong><\/p>\n<p><strong>AG Natur und Umwelt<\/strong>: kommissarisch Fritz Buhr<\/p>\n<p><strong>pro gr\u00fcn<\/strong><br \/>\nGemeinn\u00fctziger Umweltschutzverein pro gr\u00fcn e.V.<br \/>\nDieter Dubisch<\/p>\n<p><strong>BUND<\/strong><br \/>\nBund f\u00fcr Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V.<br \/>\nMarkus M\u00fcller<\/p>\n<p><strong>NABU<\/strong><br \/>\nNaturschutzbund Deutschland e.V.<br \/>\nOtmar L\u00fcke<\/p>\n<p><strong>Naturwissenschaftlicher Verein<\/strong><br \/>\nPaderborn e.V.<br \/>\nMichael Bellinghausen<\/p>\n<p><strong>GfN\u00a0<\/strong><br \/>\nGemeinschaft f\u00fcr Naturschutz im Brenner Land e.V.<br \/>\nHubertus Nolte<\/p>\n<hr \/>\n<p>Entwurf von Herrn Knipping siehe:\u00a0<a href=\"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/marienplatz-pb-12linden-erhalten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Stop Kahlschlag &#8211; 12 Linden am Marienplatz in Paderborn erhalten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neubau des Verwaltungsgeb\u00e4udes am Abdinghof\/Marienplatz. 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