{"id":2885,"date":"2021-03-20T14:00:20","date_gmt":"2021-03-20T13:00:20","guid":{"rendered":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/?p=2885"},"modified":"2021-03-22T14:15:57","modified_gmt":"2021-03-22T13:15:57","slug":"tag-des-wassers-2021-wie-sieht-es-in-zukunft-mit-unserem-trinkwasser-aus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/tag-des-wassers-2021-wie-sieht-es-in-zukunft-mit-unserem-trinkwasser-aus\/","title":{"rendered":"Tag des Wassers 2021: Wie sieht es in Zukunft mit unserem Trinkwasser aus?"},"content":{"rendered":"<p><strong><span style=\"color: #333399;\">\u201eValuing Water\u201c \u2013 \u201eWertsch\u00e4tzung des Wassers\u201c<\/span> lautete das Motto des diesj\u00e4hrigen Weltwassertages. Und wieder hat die UNO ein gutes Motto gew\u00e4hlt, denn Wasser ist bekannterma\u00dfen unser wichtigstes Lebensmittel, ohne das wir nur wenige Tage \u00fcberleben k\u00f6nnen. Da mutet es beinahe wie Blasphemie an, wenn wir bedenken, dass wir bestes Trinkwasser als preiswertes Vehikel f\u00fcr unsere Exkremente benutzen \u2013 f\u00fcr die Klosp\u00fclung &#8211; \u00a0jeden Tag im Schnitt 30 Liter, etwa ein Viertel unseres t\u00e4glichen Trinkwasserverbrauchs. K\u00f6nnen wir uns das jetzt noch in Zeiten des Klimawandels leisten?<\/strong><\/p>\n<p>Seit \u00fcber 10 Jahren verzeichnen wir ein j\u00e4hrliches Niederschlagsdefizit von mehr als 15 % und zudem kommt vieles der verminderten Menge noch als Starkregen herunter und geht damit auch bei oberfl\u00e4chigem Abfluss der Grundwasserneubildung verloren. An den kontinuierlich absinkenden Pegelst\u00e4nden der Grundwassermessstellen im Kreisgebiet &#8211; und nicht nur dort \u2013 l\u00e4sst sich das immer deutlicher ablesen.<\/p>\n<p>Das Niederschlagsdefizit im Jahresmittel geht einher mit h\u00f6herer Verdunstung infolge des Temperaturanstiegs und einer Verl\u00e4ngerung der Vegetationsperiode und entsprechend h\u00f6herem Wasserverbrauch und zudem noch einen vermehrten Wasserverbrauch in der Landwirtschaft, besonders \u00fcber Beregnungsanlagen. Auch das eine Ursache f\u00fcr sinkende Grundwasserst\u00e4nde.<\/p>\n<p><span style=\"color: #008000;\">Pro gr\u00fcn<\/span> fordert daher seit Jahren in der Landwirtschaft, im Gartenbau einschlie\u00dflich Baumschulen bei Bew\u00e4sserungsma\u00dfnahmen einen sparsamen Umgang mit dem Wasser. In den Haushalten k\u00f6nnte das Brauchwasser aus Wasch- und Sp\u00fclmaschine f\u00fcr die Toilettensp\u00fclung genutzt werden. Auch das Regenwasser vom Dach lie\u00dfe sich daf\u00fcr nutzen, denn das wird auch vorwiegend \u00fcber das Regenwasserkanalsystem oberfl\u00e4chig abgeleitet und geht damit der Grundwasserneubildung verloren. Hier k\u00f6nnten das Land \u00fcber das Landeswassergesetz und die Kommune, bei uns die Stadt Paderborn, etwa durch die Geb\u00fchrengestaltung Einfluss nehmen auf einen sparsameren Wasserverbrauch und auch der Kreis als Untere Wasserbeh\u00f6rde k\u00f6nnte bei der Vergabe von Wasserrechten noch mehr regelnd eingreifen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/tag-des-wassers-2021-wie-sieht-es-in-zukunft-mit-unserem-trinkwasser-aus\/splashing-165192_640\/\" rel=\"attachment wp-att-2886\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-2886\" src=\"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/splashing-165192_640-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" \/><\/a>Eine Chance f\u00fcr einen sparsameren Umgang mit Trinkwasser hat Paderborn bei der jetzt begonnenen \u00dcberplanung der Konversionsfl\u00e4che f\u00fcr das Barker-Quartier. Hier k\u00f6nnte auf einem 54 Hektar gro\u00dfen Areal, so gro\u00df wie die gesamte Innenstadt innerhalb des Inneren Rings, ein Trink-, Regen- und Abwassersystem gebaut werden, dass auf geringere Zu- und Abfl\u00fcsse ausgerichtet ist. Ans\u00e4tze zu einem solchen neuen, auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Konzept im Wasserbereich deuteten sich in \u00c4u\u00dferungen der Planungsb\u00fcros cityf\u00f6rster aus Hannover und Adept aus Kopenhagen an. Adept sprach von geschlossenen Wasserkreisl\u00e4ufen und cityf\u00f6rster forderte, dass das \u201eWasser vor Ort im geschlossenen Kreislauf gehalten werden\u201c sollte und Karres Brands vom niederl\u00e4ndischen Planungsb\u00fcro sprach von \u201eNature Based Solutions\u201c und cityf\u00f6rster wollte zudem \u201emit Wasser einen spannenden Ort gestalten\u201c. Die ausw\u00e4rtigen Planungsb\u00fcros versprechen f\u00fcr das Zukunftsquartier Barker bei der Konkretisierung ihrer Konzepte interessante und nachhaltige Vorstellungen zu entwickeln und anzubieten; hoffentlich erhalten sie dann auch die Chance es umzusetzen, damit nicht alles im alten Trott verbleibt.<\/p>\n<p>Beunruhigend sind der Zustand und auch die sich abzeichnende zuk\u00fcnftige Entwicklung in der Landwirtschaft im Kreisgebiet in Bezug auf die Qualit\u00e4t des Grundwassers: Hier sind wir von einer verantwortungsvollen, nachhaltigen Bewirtschaftung weit entfernt. So wurde <span style=\"color: #008000;\">pro gr\u00fcn<\/span> berichtet, dass des \u00f6fteren abends, in der Dunkelheit, Tankwagen mit niederl\u00e4ndischen Nummernschildern G\u00fclle auf \u00c4ckern abladen. Und das ist rechtens, solange der Grenzwert von 50 mg pro Liter eingehalten wird. Eigentlich ist dies ein Unding, denn diese Grenzwertsetzung ist nur eine politische Festsetzung.<\/p>\n<p>\u201eNoch verhindert\u201c, so Reinhard Sch\u00e4ck vom Landesverband des NABU, \u201ein weiten Teilen des Kreises Paderborn eine Eisensulfidschicht im Boden einen steilen Anstieg der Nitratkonzentration im Grundwasser. Das Eisensulfid bewirkt durch einen Reaktionsprozess einen Abbau des Nitrats, bevor es das Grundwasser erreicht. Ist das Eisensulfid aufgebraucht, was wahrscheinlich in naher Zukunft der Fall sein wird, ist ein steiler Anstieg des Nitratgehaltes im Grundwasser zu bef\u00fcrchten.\u201c<\/p>\n<p>G\u00e4nzlich unverantwortlich ist die g\u00e4ngige Praxis der Genehmigung von H\u00fchnermastst\u00e4llen in Landschaftsschutzgebieten, dazu noch, wie in einem aktuellen Fall, unweit der Ems. Bei unter 40.000 Tieren muss der Kreis derartige Antr\u00e4ge genehmigen. Muss das fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig so kleine und h\u00e4ufig im Grundwasser bis an die zul\u00e4ssigen Grenzwerte belastete Deutschland Massentierhaltung bei Schweinen und H\u00fchnern betreiben um das Fleisch gewinnbringend ins Ausland, etwa nach China, zu exportieren? In solchen F\u00e4llen m\u00fcsste nach Auffassung der Naturschutzverb\u00e4nde der Staat regulatorisch eingreifen.<\/p>\n<p>Ein Weiter-so sollte es beim Umgang mit unserem wichtigsten Nahrungsmittel nicht geben!<\/p>\n<p>Fritz Buhr, <span style=\"color: #008000;\">pro gr\u00fcn e.V. Paderborn<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eValuing Water\u201c \u2013 \u201eWertsch\u00e4tzung des Wassers\u201c lautete das Motto des diesj\u00e4hrigen Weltwassertages. Und wieder hat die UNO ein gutes Motto gew\u00e4hlt, denn Wasser ist bekannterma\u00dfen unser wichtigstes Lebensmittel, ohne das wir nur wenige Tage \u00fcberleben k\u00f6nnen. 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