{"id":2901,"date":"2021-04-24T10:02:20","date_gmt":"2021-04-24T08:02:20","guid":{"rendered":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/?p=2901"},"modified":"2021-04-24T11:12:19","modified_gmt":"2021-04-24T09:12:19","slug":"bauen-gruene-infrastruktur-zukunftsgerechte-mobilitaet-so-kann-barker-areal-innovativster-stadtteil-europas-werden-pro-gruen-e-v-paderborn-bringt-sich-ein-in-den-planungsprozess-barker-quartie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/bauen-gruene-infrastruktur-zukunftsgerechte-mobilitaet-so-kann-barker-areal-innovativster-stadtteil-europas-werden-pro-gruen-e-v-paderborn-bringt-sich-ein-in-den-planungsprozess-barker-quartie\/","title":{"rendered":"Bauen, Gr\u00fcne Infrastruktur &#038; Zukunftsgerechte Mobilit\u00e4t: so kann Barker Areal innovativster Stadtteil Europas werden! pro gr\u00fcn e.V. Paderborn bringt sich ein in den Planungsprozess &#8220;BARKER QUARTIER&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit einem Offenen Brief an den B\u00fcrgermeister der Stadt Paderborn, nachrichtlich an die Ratsfraktionen und die drei Planungsb\u00fcros, stellt pro gr\u00fcn die zentrale Forderung, den Klima- und Ressourcenschutz in den Mittelpunkt der Planungen zu stellen. Nur so k\u00f6nnten die Weichen im Modellgebiet des Konversionsquartiers der ehemaligen Barker Barracks in Richtung Zukunft gestellt werden, so die Unterzeichner Dieter Dubisch, Matthias Reiche und Fritz Buhr im Namen von pro gr\u00fcn.<\/strong><\/p>\n<p>Im <strong>Themenbereich Gr\u00fcn- und Freifl\u00e4chenplanung<\/strong> stellt pro gr\u00fcn\u00a0die Bedeutung von gut gestalteten gr\u00fcn-blauen Freir\u00e4umen und Gr\u00fcnelementen f\u00fcr Lebensqualit\u00e4t und Widerstandskraft gegen\u00fcber Klimaeinfl\u00fcssen heraus. Naturnah bepflanzte Gr\u00fcnz\u00fcge, fordert Matthias Reiche, sollten das Quartier gliedern, Sauerstoff und Schatten spenden und Raum geben f\u00fcr quartiernahe Erholung und vielf\u00e4ltige Begegnung und Nutzung.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnachsen sollten an die benachbarten Quartiere und Gr\u00fcnz\u00fcge gut angebunden sein und in Richtung City einen kreuzungs- und gefahrenfreien \u00dcbergang \u00fcber den Berliner Ring finden. Unterst\u00fctzt w\u00fcrde von pro gr\u00fcn auch der Vorschlag des B\u00fcros Cityf\u00f6rster f\u00fcr einen neuen zentralen Stadtpark in dem Quartier, w\u00e4hrend der Vorschlag des B\u00fcros Adept, eine gr\u00f6\u00dfere Gr\u00fcnfl\u00e4che an den Ostrand des Quartiers zu verlagern, nach Auffassung von pro gr\u00fcn keinen gro\u00dfen Mehrwert b\u00f6te und daher abgelehnt w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Ohne eine Bauwende gibt es es keine Klimawende<\/strong>, deshalb erneuert pro gr\u00fcn seine Forderungen im zentralen zweiten <strong>Themenbereich Bau<\/strong>\u00a0nach<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Verwendung von Holz als &#8220;Baustoff des 21. Jahrhunderts&#8221; f\u00fcr alle neu zu errichtenden Geb\u00e4ude<\/strong><\/li>\n<li><strong>Erreichung des Passivhaus-Plus Standards<\/strong><\/li>\n<li><strong>klimagerechter Sanierung der erhaltenswerten Bausubstanz.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Nachhaltig produziertes Holz kann den klimasch\u00e4dlichen Baustoff Zement, dessen Produktion weltweit mit 8 % zum CO2 -Aussto\u00df beitr\u00e4gt zumindest zu gro\u00dfen Teilen ersetzen. pro gr\u00fcn kann sich gut vorstellen, so Fritz Buhr, dass sich am Rande des Areals moderne Holzbetriebe mit S\u00e4gewerk, Zimmerei-Gewerbe und Schreinereien ansiedeln k\u00f6nnten um das Borkenk\u00e4ferholz der Region vor Ort zu verarbeiten statt es nach China zu exportieren. St\u00e4dte k\u00f6nnten zu \u201egebauten W\u00e4ldern\u201c und damit zu Kohlenstoffsenken werden, sagt der Gr\u00fcnder des Potsdam-Instituts Hans-Joachim Schellnhuber.<\/p>\n<p><strong>Das Zukunftsquartier \u201eBarker\u201c sollte zu einem \u201eHolzbau-Leuchtturmprojekt\u201c von \u00fcberregionaler Bedeutung entwickelt werden.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWenn wir wissen, dass der Geb\u00e4udesektor mit 40 % zu den j\u00e4hrlich anfallenden Treibhausgasen beitr\u00e4gt, kann das Ziel einer klimaneutralen Stadt Paderborn nur mit klimaneutralen Baustandards sowohl bei Neubau wie auch bei Sanierung des Bestandes erreicht werden\u201c erkl\u00e4rt Dieter Dubisch. pro gr\u00fcn fordere daher f\u00fcr alle Neubauten den \u201ePassivhaus-Standard Plus\u201c, f\u00fcr Altbausanierungen einen etwas geringeren Standard, den &#8220;Passivhaus-Standard EnerPHIT&#8221; oder &#8220;EnerPHIT+&#8221;.<\/p>\n<p>Begr\u00fc\u00dft wird die Forderung aller drei Planungsb\u00fcros, Bestandsgeb\u00e4ude wie die Mannschaftsquartiere weitestgehend zu erhalten. Die in den Geb\u00e4uden steckende \u201egraue Energie\u201c soll aus Klimaschutzgr\u00fcnden unbedingt weiter genutzt und nicht erneut erzeugt werden.<\/p>\n<p>Was das Versickern des Regenwassers vor Ort und die Nutzung des Brauchwassers von Bad, Sp\u00fcl- und Waschmaschine betrifft, seien sich die Planungsb\u00fcros wohl einig, dass dies bei den ver\u00e4nderten Niederschlagsereignissen Stand der Technik sein werde, wenn sie davon spr\u00e4chen, das Wasser im Kreislauf zu halten. Bei Alanbrooke hatte pro gr\u00fcn diese Forderung leider zu sp\u00e4t eingebracht.<\/p>\n<p><strong>Gestaltung der Mobilit\u00e4t als wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und zur Lebensqualit\u00e4t im Quartier<\/strong><\/p>\n<p>Nebst dem Geb\u00e4udesektor geht von der Gestaltung der Mobilit\u00e4t ein gewichtiger Beitrag zum Klimaschutz und zur Lebensqualit\u00e4t im Quartier aus. Im Mittelpunkt steht dabei die Forderung nach einem autofreien Quartier. Verkehrspolitik soll vom schw\u00e4chsten Verkehrsteilnehmer her gedacht werden, fordert Eckhardt Kohle von der Initiative f\u00fcr Radfahrer, emissionsfreie Mobilit\u00e4t muss gef\u00f6rdert werden und damit wird der Verzicht auf das private Auto f\u00fcr alle ein Gewinn.<\/p>\n<p>Ma\u00dfnahmen an der Peripherie, die das erm\u00f6glichten, w\u00e4ren auch f\u00fcr die benachbarten Stadtviertel von Vorteil. Fu\u00dfg\u00e4nger, Radfahrer und der \u00d6PNV bek\u00e4men Vorrang vor dem motorisiertenIndividualverkehr mit positiven Folgen f\u00fcr die gesamte Lebensqualit\u00e4t im Quartier. Auch Einzelhandel und die gewerbliche Wirtschaft w\u00fcrden von Lastenfahrr\u00e4dern an Stelle von LKW-Zulieferung deutlich profitieren. Die Verbindung zur Umgebung, bes. zum Stadtzentrum, mittels Radschnellwegen und gut ausgebautem \u00d6PNV w\u00e4re <strong>vorbildhaft f\u00fcr ganz Paderborn und dar\u00fcber hinaus ein Aush\u00e4ngeschild getreu dem Anspruch f\u00fcr das gesamte Areal, der innovativste Stadtteil Europas zu werden.<\/strong><\/p>\n<p><em>Pressemitteilung und offener Brief, 22.04.2021<\/em><\/p>\n<p><em>Dieter Dubisch, Mathias Reiche, Fritz Buhr f\u00fcr pro gr\u00fcn e.V. Paderborn<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pro Gr\u00fcn begr\u00fc\u00dft, dass das Konversionsquartier Barker in einem innovativen partizipatorischen Prozess unter Einbeziehung in- und ausl\u00e4ndischer Stadtplanungsexpertise entwickelt werden soll. In dem Modellquartier, das nach dem \u201eStadtversprechen Paderborns\u201c zukunftsf\u00e4hige urbane Qualit\u00e4ten besitzen und Antworten auf dr\u00e4ngende Zukunftsfragen geben soll, m\u00fcssen nach Auffassung von Pro Gr\u00fcn Klima- und Ressourcenschutzfragen die zentrale Rolle spielen. Nur auf diese Weise k\u00f6nnen die Weichen auf dem Areal in Richtung Zukunft gestellt werden, meinen die Unterzeichner f\u00fcr den Umweltschutzverein.<\/p>\n<p>Pro Gr\u00fcn m\u00f6chte sich daher mit den drei wichtigen umweltpolitischen Themenbl\u00f6cken<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>BAUEN \u00a0| \u00a0<\/strong><strong>GR\u00dcNE INFRASTRUKTUR<\/strong>\u00a0 \u00a0| \u00a0<strong>ZUKUNFTSGERECHTE MOBILIT\u00c4T<\/strong><\/p>\n<p>in die Diskussion und den Planungsprozess zum Barker Quartier einbringen. Pro gr\u00fcn steht zu allen drei Themen f\u00fcr einen detaillierten Diskurs bereit und erwartet, dass Fragen der Nachhaltigkeit, des Klimaschutzes und der Klimaanpassung im weiteren Planungsprozess nicht nur intensiv diskutiert, sondern am Ende durch gemeinsam entwickelte Konzepte konkretisiert und umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Nachfolgend die pro Gr\u00fcn Anregungen\/Forderung zum Barker Areal im Einzelnen:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Gr\u00fcn- und Freifl\u00e4chenplanung<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Das Stadtgebiet von Paderborn ist durch Bev\u00f6lkerungswachstum, erheblichen Fl\u00e4chenverbrauch bei begrenzten Ressourcen und zunehmende Auswirkungen des Klimawandels verst\u00e4rktem Druck ausgesetzt.<\/strong> <strong>Diesen Herausforderungen muss entgegengewirkt werden, damit St\u00e4dte auch in Zukunft gesunde und nachhaltige Lebensumgebungen bieten k\u00f6nnen<\/strong>, betont auch die Weltgesundheitsorganisation in einem Bericht 2017. <strong>Allerdings zeigen anhaltend massive Eingriffe in die Gr\u00fcnsubstanz der Stadt, z.B. durch extreme Nachverdichtungen, durch fehlende Baumschutzsatzung und Eingriffe in die Wallanlagen, dass dem gesellschaftlichen Wert von gr\u00fcner Infrastruktur in Paderborn immer noch keine ad\u00e4quate Beachtung beigemessen wird.<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcberlegungen zu einer wirkungsvollen gr\u00fcn-blauen Infrastruktur m\u00fcssen daher nach Auffassung von pro gr\u00fcn im Zentrum der Planungs\u00fcberlegungen f\u00fcr dieses neue Stadtquartier stehen. Pro Gr\u00fcn begr\u00fc\u00dft, dass alle drei Planungsb\u00fcros in ihren Testplanungsentw\u00fcrfen, wenn auch in sehr unterschiedlicher Qualit\u00e4t und Aussage, die Bedeutung von Freir\u00e4umen im Barker Quartier hervorheben. pro gr\u00fcn stellt klar: Die von allen Planungsbeteiligten geforderte hohe Lebensqualit\u00e4t und Resilienz gegen\u00fcber Klimaeinfl\u00fcssen kann sich im Barker Quartier nur durch qualitativ gut gestaltete gr\u00fcn-blaue Freir\u00e4ume und Gr\u00fcnelemente entwickeln. Digitale Techniken k\u00f6nnen hierbei unterst\u00fctzen, z.B. bei der Regenwasserspeicherung und -nutzung, oder der Dach- und Fassadengr\u00fcnbew\u00e4sserung.<\/p>\n<p><strong>Ziel einer gr\u00fcn-blauen Freiraumplanung im Barker-Quartier sollte sein:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>die Qualit\u00e4t des Stadtlebens zu erh\u00f6hen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Umweltgefahren wie Luftverschmutzung oder L\u00e4rmbelastung zu verringern<\/strong><\/li>\n<li><strong>die negativen Auswirkungen extremer Wetterereignisse (Hitzewellen, Starkregen oder Hochwasser) abzuschw\u00e4chen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Bewohnern innerhalb, aber auch au\u00dferhalb des Quartiers, ausreichende M\u00f6glichkeiten zu bieten, in Kontakt mit der Natur zu treten<\/strong><\/li>\n<li><strong>die Biodiversit\u00e4t im Gebiet zu erhalten, zu sch\u00fctzen und zu f\u00f6rdern<\/strong><\/li>\n<li><strong>die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bewohner durch motorfreie Gr\u00fcnzonen zu verbessern<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch wenn noch kein Freiraumplan mit detaillierteren Aussagen zur Freiraumgestaltung vorgelegt wurde, so zeigen zumindest die Entw\u00fcrfe der B\u00fcros \u201eKarres en Brands\u201c und \u201eCityf\u00f6rster\u201c die bewusste Auseinandersetzung mit der Klimaanpassung und der Integration von Natur in den st\u00e4dtischen Alltag. Gr\u00fcner Freiraum geh\u00f6rt in das Quartier, nicht an dessen Randbereich! Pro Gr\u00fcn spricht sich daher daf\u00fcr aus, klimawirksame, naturwirksame, multifunktionale Gr\u00fcnz\u00fcge und Gr\u00fcnelemente in das Quartier hinein zu bringen, und nicht auf den Randbereich zu konzentrieren.<\/p>\n<p>Den Vorschlag des B\u00fcros Adept, ausschlie\u00dflich eine neue gr\u00f6\u00dfere Gr\u00fcnfl\u00e4che au\u00dfen an den Springbach-Gr\u00fcnzug anzugliedern, lehnt pro gr\u00fcn ab. Die gr\u00fcn-blauen Freir\u00e4ume des Quartiers sind mehr als gr\u00fcne Kulisse, sie sind zentrales Element zur Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualit\u00e4t der Bewohner und Nutzer des Barker-Quartiers. Pro gr\u00fcn unterst\u00fctzt daher die Vorschl\u00e4ge der B\u00fcros Karres en Brands und Cityf\u00f6rster, das Quartier und dessen Bebauung durch erlebbare Gr\u00fcnz\u00fcge unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe, Funktion und Qualit\u00e4t zu gliedern.<\/p>\n<p>Im Zuge einer Kreislaufwirtschaft sollte Regenwasser in den Gr\u00fcnz\u00fcgen gesammelt und auf der Fl\u00e4che wiederverwendet werden. Angrenzende B\u00e4che, z.B. der Springbach und Bach am Philosophenweg bieten die M\u00f6glichkeit, auch auf der Barker-Fl\u00e4che kleine Flie\u00dfgew\u00e4sser zu\u00a0aktivieren und anzuschlie\u00dfen. Die genaue Lage und Gr\u00f6\u00dfe der Gr\u00fcnz\u00fcge sollte anhand der vorhandenen Topografie, der Funktionen im und f\u00fcr das Quartier und der Anschlussm\u00f6glichkeiten an die Randbereiche des Quartiers ausgestaltet werden.<\/p>\n<p>Besondere Bedeutung, vor allem auch zur Nutzung f\u00fcr den nicht motorisierten Verkehr, hat der Ausbau von mindestens 2 leistungsf\u00e4higen Gr\u00fcnz\u00fcgen mit Anschl\u00fcssen in Richtung City, z.B. \u00fcber den Piepenturmweg und Philosophenweg. Dazu fordert pro gr\u00fcn an mindestens zwei Stellen einen gefahrenfreien, kreuzungsfreien \u00dcbergang \u00fcber den Berliner Ring, von denen mindestens einer als Gr\u00fcnbr\u00fccke gestaltet werden sollte. Auch der Vorschlag, die neue Bahnstation \u00fcber einen Gr\u00fcnzug mit dem Zentrum des Quartiers zu verbinden wird von pro gr\u00fcn begr\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Wichtig f\u00fcr ein vernetztes Freiraumsystem im Barker-Quartier ist auch der Verbund mit den \u00f6stlich angrenzenden Landschaftsr\u00e4umen. Hier sollte nach den Richtlinien der Bundesanstalt f\u00fcr Naturschutz neben einer besonders naturnahen Gestaltung auch urbaner Wildnis Raum gegeben werden, um Naturerfahrungen zu erm\u00f6glichen und Lebensraum und Biotopverbund f\u00fcr gef\u00e4hrdete Arten zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Um eine echte Klimaschutzfunktion f\u00fcr das Quartier zu erreichen, fordert pro gr\u00fcn, die vorhandenen B\u00e4ume auf dem Areal zu erhalten und die Gr\u00fcn- und Freifl\u00e4chen durch intensive Anpflanzung klimaresilienter Baumarten zu erg\u00e4nzen. Dabei sollte vor allem f\u00fcr die cityorientierten Achsen eine gen\u00fcgende Breite zur Frischluftabfuhr eingehalten werden.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Bedeutung hat auch eine wirksame Freiraumgestaltung innerhalb der bebauten Komplexe. Hier fordert PRO GR\u00dcN, zwischen der Bebauung Raum zu lassen f\u00fcr wohnungsnahe Bewegung auf kleinen Gr\u00fcnfl\u00e4chen, f\u00fcr schattenspendende Baumbepflanzung, z.B. als \u201etiny forests\u201c, und f\u00fcr vertikales Gr\u00fcn, das eine enge Verbindung schafft zwischen Architektur und Natur und f\u00fcr ein gutes Mikroklima sorgt. Vertikales Gr\u00fcn sollte hier verbunden werden mit Dachbegr\u00fcnung, orientiert z.B. am Dachbegr\u00fcnungsprogramm der Stadt Hamburg.<\/p>\n<p>pro gr\u00fcn unterst\u00fctzt den mutigen Vorschlag des B\u00fcros Cityf\u00f6rster f\u00fcr den Ausbau eines \u201eCentral Parks\u201c im Zentrum des Quartiers. Eine zentrale Parkanlage dieser Gr\u00f6\u00dfe, verbunden durch Gr\u00fcnachsen mit den Randbereichen und geplanten Infrastruktureinrichtungen, w\u00fcrde nicht nur einen echten Mehrwert f\u00fcr die Bewohner des Quartiers bieten, sondern auch einen Anziehungspunkt f\u00fcr die angrenzenden Wohnbereiche darstellen. Die Parkfl\u00e4che w\u00e4re, soweit sie vielf\u00e4ltig und in weiten Teilen naturnah gestaltet, bepflanzt und ggf. auch mit Wasserfl\u00e4chen ausgestattet wird, ein wirkungsvoller \u201eFrischluftgenerator\u201c, und ein attraktiver Begegnungs- und Nachbarschaftsraum, in dem vielf\u00e4ltige Nutzungen z.B. Nachbarschaftsg\u00e4rten, Sport- und Kulturerlebnisse, denkbar w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich bietet eine zentrale Gr\u00fcnfl\u00e4che dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung die Option, Flexibilit\u00e4t in der Planung und Gestaltung zu wahren und damit die M\u00f6glichkeit zu behalten, ggf. Funktionskorrekturen und Anpassungen an ge\u00e4nderte Bedarfe vorzunehmen. Pro Gr\u00fcn ist der Auffassung, dass die M\u00f6glichkeit, hier auf signifikanter Fl\u00e4che eine enge Verbindung von gr\u00fcnen Aufenthalts-, Erholungs- und Erlebnisbereichen f\u00fcr den Menschen zu schaffen, die gleichzeitig einen unverzichtbaren Beitrag f\u00fcr den Klima- und Naturschutz leistet, nicht vers\u00e4umt werden sollte. Der Vorschlag sollte daher in die Gesamtplanung \u00fcbernommen und weiter ausgearbeitet werden.<\/p>\n<p>Angesichts der prognostizierten langen Umsetzungszeitr\u00e4ume von mehr als 20 Jahren f\u00fcr die Gestaltung des Quartiers erscheint es f\u00fcr Pro Gr\u00fcn umso wichtiger, dass eine Gr\u00fcne Infrastruktur- und Freifl\u00e4chenplanung fr\u00fchzeitig erstellt und in die Grundz\u00fcge der Gesamtplanung eingearbeitet wird. Nur auf diese Weise ist gew\u00e4hrleistet, dass die strukturbildenden Gr\u00fcnz\u00fcge und gr\u00fcn-blaue Freir\u00e4ume im Barker Quartier fr\u00fchzeitig festgelegt und dauerhaft gesichert werden.<\/p>\n<p><strong>2. Bauausf\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Angesichts der drohenden Klimakatastrophe fordert, pro gr\u00fcn das neue Stadtquartier auf dem Gel\u00e4nde der Barker Kaserne so klimafreundlich wie m\u00f6glich auszubauen. Dabei ist Errichtung, Betrieb und Nutzung der Geb\u00e4ude von entscheidender Bedeutung, denn <strong>der Geb\u00e4udesektor tr\u00e4gt mit 40 % einen gro\u00dfen Anteil bei zu den j\u00e4hrlich in Deutschland anfallenden Treibhausgasen<\/strong>. Dies hat das Bundesinstitut f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumforschung in einer Studie, ver\u00f6ffentlicht im Dezember 2020, sektorengenau nachgewiesen. Ein Viertel der 40 % fallen an bei der Errichtung, drei Viertel bei Betrieb und Nutzung der Geb\u00e4ude (BBSR 17\/20).<\/p>\n<p><strong>Daher fordern die Architects for Future mit Recht:\u00a0<\/strong><strong>Ohne Bauwende gibt es keine Klimawende.<\/strong><\/p>\n<p>Was bei der Bebauung der neuen Baugebiete Springbachh\u00f6fe und Alanbrooke noch nicht im Blickpunkt stand, k\u00f6nnte\/m\u00fcsste jetzt bei der Planung f\u00fcr das Barker Areal in den Fokus gestellt werden.\u00a0 Wenn Paderborn dem eigenen Anspruch eines Modells von europaweiter Bedeutung in dem neuen Quartier gerecht werden will, dann soll sie die Chance ergreifen in diesem neuen Stadtteil bereits jetzt und nicht erst 2030 oder gar 2050 wirklich klimaneutrale Geb\u00e4ude zu errichten und zu nutzen. Solche Geb\u00e4ude w\u00e4ren bereits bei ihrer Errichtung zukunftssicher und brauchten nicht in einigen Jahren energetisch saniert zu werden um den dann geltenden energetischen Anforderungen zu gen\u00fcgen.<\/p>\n<p>Soll das Ziel der Errichtung einer klimaneutralen Stadt erreicht werden, m\u00fcsste versucht werden auch den Altbaubestand zu erhalten und damit die darin enthaltene \u201egraue Energie\u201c weiter zu nutzen statt sie klimasch\u00e4dlich erneut produzieren zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen auf dem ehemaligen Kasernengel\u00e4nde ein Stadtviertel bauen, dessen Bau erst in einigen Jahrzehnten abgeschlossen sein wird. Dann wird die Weltbev\u00f6lkerung von derzeit 7,6 Milliarden auf 10 Milliarden Menschen (in 2050) angewachsen sein. Auch f\u00fcr diese Menschen, unsere Kinder und Enkel, m\u00fcssen global noch alle lebensnotwendigen Ressourcen verf\u00fcgbar sein.<\/p>\n<p><strong>2.1 Holz statt Beton<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wir m\u00fcssen Beton durch Holz ersetzen und dabei den Passivhaus-Plus Standard im gesamten neuen Stadtquartier modellhaft umsetzen, fordert pro gr\u00fcn. Damit w\u00fcrde Paderborn ein starkes Zeichen f\u00fcr den Klimaschutz setzen, ein Zeichen, das weit \u00fcber unsere Region hinaus strahlt und ein wichtiger Schritt in Richtung klimaneutraler Kommune w\u00e4re.<\/strong><\/p>\n<p>Ein Kernst\u00fcck der pro gr\u00fcn Forderung ist die Verwendung von Holz bei allen neu zu errichtenden Geb\u00e4uden im Barker Quartier. Nachhaltig produziertes Holz kann den klimasch\u00e4dlichen Baustoff Zement, dessen Produktion nach einer WWF Studie von 2019 weltweit mit 8 %, in Deutschland mit 2 % zum\u00a0 CO2-Aussto\u00df beitr\u00e4gt, zumindest zu gro\u00dfen Teilen ersetzen; gleichzeitig bindet es \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume den Kohlenstoff der Luftschadstoffe.<\/p>\n<p><strong>\u201eHolz ist der neue Beton!\u201c<\/strong> sagte der niederl\u00e4ndische Stadtplaner Bart Brands bei seiner Pr\u00e4sentation in der \u00f6ffentlichen Auftaktveranstaltung und der Spiegel titelte vor Monaten: Beton ist der heimliche Klimakiller und damit lieferte er die Begr\u00fcndung f\u00fcr diesen Satz. Daher m\u00fcssen wir ihn \u00fcberall dort ersetzen, wo das technisch m\u00f6glich und wo eine ausreichende Verf\u00fcgbarkeit gegeben ist.<\/p>\n<p>Der Berliner Architekt Matthias Sauerbruch nennt Holz den Baustoff des 21. Jahrhunderts (Ausstellungskatalog, Berlin, urbainable stadthaltig, Akademie der K\u00fcnste 2020, S. 165) und Hans Joachim Schellhuber\/Marc Weisgerber sprechen von St\u00e4dten, die zu \u201egebauten W\u00e4ldern\u201c w\u00fcrden; sie w\u00fcrden nicht nur Kohlenstoff speichern sondern zugleich auch den hohen Energie- und Emissionsbedarf der Stahlbetonproduktion vermeiden (ebenda. S. 44).<\/p>\n<p>Dank seiner hervorragenden Eigenschaften findet Holzbau l\u00e4ngst nicht mehr vorwiegend im kleinma\u00dfst\u00e4blichen Haus- und Innenausbau statt, sondern wird zunehmend auch f\u00fcr den mehrgeschossigen und kommunal gef\u00f6rderten Wohnungsbau zum Standard. So wurden in M\u00fcnchen auf einem ehemaligen Kasernengel\u00e4nde 600 Wohnungen in Holzbauweise erstellt. In Berlin entsteht auf dem Gel\u00e4nde des ehemaligen Flughafens Tegel das Schumacher Quartier, das mit mehr als 5.000 Wohnungen gr\u00f6\u00dfte Holzbau-Wohnquartier weltweit.<\/p>\n<p>Digitalisierung, Automatisierung und Standardisierung sind der Schl\u00fcssel daf\u00fcr, dass mit Holzkonstruktion nicht nur klimafreundlicher und deutlich schneller, sondern auch 20-25 % g\u00fcnstiger gebaut werden kann als bei konventioneller Bauweise. Gleichzeitig werden 80 % klimasch\u00e4dlicher Emissionen eingespart.<\/p>\n<p>Warum sollte nicht auch in Paderborn ein \u201eHolzbau-Leuchtturmprojekt\u201c realisiert werden? Das Holz liegt in Paderborn quasi \u201evor der T\u00fcr\u201c. Wertvolles Bauholz, das durch Borkenk\u00e4ferbefall in gro\u00dfen Mengen anf\u00e4llt, wird derzeit nach Asien verschifft und k\u00f6nnte wesentlich umweltfreundlicher im Paderborner Bausektor Verwendung finden.<\/p>\n<p><strong>2.2 Bauausf\u00fchrung im Passivhausstandard Plus<\/strong><\/p>\n<p><strong>pro gr\u00fcn verbindet die Forderung nach Holzbau im Barker Quartier mit der Forderung, diese H\u00e4user im Passivhaus-Plus Standard zu errichten.<\/strong><\/p>\n<p>Folgt man dem Sonderbericht des Weltklimarats (IPCC) vom Herbst 2018 m\u00fcssen wir noch mehr CO2 einsparen, als bisher geplant, um die Klimakatastrophe abzuwenden, zumindest sie abzuschw\u00e4chen.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu dem Einsatz von Holz f\u00fcr die Tragestruktur ist \u2013 weil noch effektiver\u2013 die Umsetzung eines Passivhaus-Plus Standards im Neubaubereich. Denn dadurch wird nicht nur der Aussto\u00df von Treibhausgasen bei Betrieb und Nutzung von Geb\u00e4uden \u00fcber deren gesamte Lebensdauer <strong>klimaneutral<\/strong>\u00a0oder gar <strong>klimapositiv<\/strong>\u00a0vermindert sondern auch Einsatz und Erzeugung erneuerbarer Energien nachhaltig\u00a0 optimiert (Reduktion der maximalen Heizlasten, Minimierung des Energiespeicherbedarfs, Resilienz gegen Dunkelflauten, grundfl\u00e4cheneffiziente Bereitstellung und effiziente Nutzung regenerativer Energien).<\/p>\n<p><em>Hinweise auf interessante Links siehe unterhalb des Beitrags *1<\/em><\/p>\n<p><strong>2.3 Erhalt und passivhaus-gerechte Modernisierung des Altbaubestandes<\/strong><\/p>\n<p>Erfreulich und in ihrem Verst\u00e4ndnis zukunftsweisend ist die Forderung aller drei Planungsb\u00fcros auf Erhalt von Bestandsgeb\u00e4uden wie den Mannschaftsquartieren.<\/p>\n<p>Pro Gr\u00fcn erwartet, dass Bauverwaltung und Politik den Anregungen der Planungsb\u00fcros folgt und wie etwa das d\u00e4nische B\u00fcro Adept sich mit dem Erhalt der Geb\u00e4ude und deren Umnutzung anfreundet. Aus Klimaschutzgr\u00fcnden sollte versucht werden, die in den Geb\u00e4uden steckende graue Energie weiter zu nutzen statt sie neu erzeugen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Adept spricht bei der Erhaltung der alten Geb\u00e4udesubstanz von neuesten Energiestandards und verwendet dabei den Begriff \u201esmart\u201c.<\/p>\n<p>Hier ist leicht der Bogen zu schlagen zu einem Passivhaus Standard durch eine entsprechende auch energetische Sanierung des Altbaubestandes im Zuge der Weiter- und Umnutzung der Geb\u00e4udek\u00f6rper, die sich bei der einfachen kubischen Struktur der Mannschaftsquartiere anbietet. Wie die Erfahrung zeigt, k\u00f6nnen derartig kompakte Bestandsgeb\u00e4ude trotz\u00a0 suboptimaler Ausrichtung in effizienter Weise sogar auf Passivhaus bzw. Passivhaus-Plus-Neubaustandard saniert werden, sollten aber mindestens den Passivhaus-Altbaustandard \u201eEnerPHIT\u201c oder \u201eEnerPHIT-Plus\u201c erreichen.<\/p>\n<p><em>Hinweise auf interessante Links siehe unterhalb des Beitrags *2<\/em><\/p>\n<p>Wenn die Planungsb\u00fcros von einer anzustrebenden gewerblichen Produktion vor Ort sprechen, die das herstellen, was in dem Quartier auch genutzt werden kann, dann bietet sich bei dem Bau von Holzh\u00e4usern mit Innenausbau, Tragestruktur und Verkleidung\u00a0 die Ansiedlung entsprechender Gewerbe an, angefangen bei einem S\u00e4gewerk vor Ort, \u00fcber Zimmereibetriebe bis zu Schreinereien. Auch hierbei k\u00f6nnte man sich m\u00f6glicherweise die Weiter- bzw. Umnutzung vorhandener Geb\u00e4ude vorstellen.<\/p>\n<p><strong>2.4 Regen- und Brauchwasser vor Ort nutzen<\/strong><\/p>\n<p>Eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung vor Ort fordern alle drei Planungsb\u00fcros sehr zu Recht. So verlangt Cityf\u00f6rster z. B. das Wasser solle vor Ort im Kreislauf gehalten werden und Julian Petrin sagte in seiner Einf\u00fchrung bei der Auftaktveranstaltung, Nachhaltigkeit und Klimaschutz geh\u00f6rten zusammen, lokale Kreisl\u00e4ufe m\u00fcssten unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns auch in Paderborn mit den Realit\u00e4ten des Klimawandels vertraut machen und zur Kenntnis nehmen, dass wir seit mehr als zehn Jahren mit einem Niederschlagsdefizit von \u00fcber 15 % leben m\u00fcssen und daher entsprechend absinkende Grundwasserst\u00e4nde in unserer Region messen m\u00fcssen; zudem kommt ein Teil der geringeren Niederschl\u00e4ge in Form von Starkregenf\u00e4llen herunter, die Sturzfluten zur Folge haben, die oberfl\u00e4chig abflie\u00dfen und nicht der Grundwasserneubildung zu Gute kommen.<\/p>\n<p>Die Chance der \u00dcberplanung eines ganzen Stadtviertels von dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung gibt der Stadt die M\u00f6glichkeit, das Trink-, Regen- und Abwassersystem auf eine nachhaltige Bewirtschaftung auszurichten und mit der gef\u00e4hrdeten Ressource Grund- und Trinkwasser sparsamer umzugehen und nicht l\u00e4nger von der Substanz zu leben durch das Erbohren tieferer Brunnen, wie es bisher die g\u00e4ngige Praxis der Paderborner Wasserwerke ist.<\/p>\n<p>Durch Nutzung des Brauchwassers von Geschirrsp\u00fcler, Waschmaschine, Dusche etc. f\u00fcr die Toilettensp\u00fclung lie\u00dfe sich Trinkwasser in erheblichen Mengen einsparen; zudem k\u00f6nnte die W\u00e4rmeenergie, die in dem hei\u00dfen Dusch-, Sp\u00fcl- und Waschmaschinenwasser gespeichert ist, extrapoliert und genutzt werden. Das Regenwasserableitungssystem k\u00f6nnte g\u00e4nzlich entfallen, da das Regenwasser entweder vor Ort im Karst direkt versickern k\u00f6nnte \u2013 besser noch \u2013 nach Verdichtung des verkarsteten Untergrunds mit tonigem Material in offenen Wasserfl\u00e4chen, kleinen Seen, erhalten bleiben.<\/p>\n<p>Wenn das Abwasser vor Ort im Kreislauf gehalten werden soll, m\u00fcsste es gereinigt, gekl\u00e4rt und damit recycled werden. F\u00fcr das Toilettenwasser w\u00e4re das nicht m\u00f6glich, es sei denn man w\u00fcrde zu einem Trockentoilettensystem \u00fcbergehen, wie es bei Agenda Prozess in Paderborn seinerzeit diskutiert und vorgestellt wurde, bei uns im Gro\u00dfma\u00dfstab aber noch nicht eingef\u00fchrt worden ist. Im gewerblichen und industriellen Bereich gibt es Beispiele f\u00fcr die Wiederverwendung von \u201egebrauchtem\u201c Wasser, wie es Greenpeace etwa schon vor Jahrzehnten gefordert hat.<\/p>\n<p>Ans\u00e4tze zu einem solchen neuen, auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Konzept im Wasserbereich deuteten sich in \u00c4u\u00dferungen der Planungsb\u00fcros cityf\u00f6rster aus Hannover und Adept aus Kopenhagen an. Adept sprach von geschlossenen Wasserkreisl\u00e4ufen und cityf\u00f6rster forderte, dass das \u201eWasser vor Ort im geschlossenen Kreislauf gehalten werden\u201c sollte und Karres Brands vom niederl\u00e4ndischen Planungsb\u00fcro sprach von \u201eNature Based Solutions\u201c und cityf\u00f6rster wollte zudem \u201emit Wasser einen spannenden Ort gestalten\u201c. Die ausw\u00e4rtigen Planungsb\u00fcros versprechen f\u00fcr das Zukunftsquartier Barker bei der Konkretisierung ihrer Konzepte interessante und nachhaltige Vorstellungen zu entwickeln. Weitere Gedanken hierzu finden sich auf der pro gr\u00fcn Homepage in dem Bericht zum Tag des Wassers 2021 \u2013 \u201eValuing Water\u201c. (<em>siehe Link auf diesen Seiten:<\/em> \u00a0<em><a href=\"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/tag-des-wassers-2021-wie-sieht-es-in-zukunft-mit-unserem-trinkwasser-aus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Tag des Wassers 2021: Wie sieht es in Zukunft mit unserem Trinkwasser aus?<\/a>\u00a0)<\/em><\/p>\n<p><strong>3. Zukunftsgerechte Mobilit\u00e4t auf dem Barker Areal<\/strong><\/p>\n<p>Mobilit\u00e4t ist nur dann zukunftsgerecht, wenn sie \u2013wie die vorangegangenen Aspekte auch \u2013nachhaltig und klimaneutral gestaltet wird. Anders als in den Bereichen, in denen sich die Initiative f\u00fcr Radfahrende in Paderborn als Arbeitsgruppe von pro Gr\u00fcn immer wieder mit 8\u00a0r\u00fcckw\u00e4rts gewandten Konzepten auseinandersetzen musste und weiterhin muss, kann das Thema Mobilit\u00e4t im Barker Areal von Grund auf so angegangen werden, dass das Areal eine Vorbildwirkung f\u00fcr die ohnehin l\u00e4ngst f\u00e4llige Verkehrswende in Paderborn entfaltet. Klimaschutz und Verkehrssicherheit (Vision Zero) erhalten h\u00f6chste Priorit\u00e4t. Wir erhoffen uns, dass diese Vorbildwirkung auch das f\u00e4llige Umdenken \u2013 weg von der autogerechten hin zur menschengerechten Stadt \u2013 voranbringt. Daran orientieren sich beispielhaft die nachfolgenden Anregungen und Forderungen.<\/p>\n<p><strong>3.1 Autofreies Quartier<\/strong><\/p>\n<p>Die Planung des Barker Areals bietet f\u00fcr Paderborn erstmals die M\u00f6glichkeit, ein autofreies Quartier zu gestalten. Es gibt daf\u00fcr europaweit Beispiele, auf die in der weiteren Planung zur\u00fcckgegriffen werden kann.<\/p>\n<p>Autofrei hei\u00dft: Die Verkehrspolitik zielt darauf ab, dass alle den Verzicht auf ein privates Auto als Gewinn wahrnehmen. Die gesamte Infrastruktur schafft daf\u00fcr die Voraussetzungen, alle genannten Ma\u00dfnahmen und Ziele sind darauf abgestimmt \u2013 Leitsatz: Das Wohngebiet geh\u00f6rt den Menschen, den Kindern, den Familien, Fu\u00dfg\u00e4ngern und Radfahrern.<\/p>\n<ul>\n<li>Parkfl\u00e4chen an der Peripherie entbinden Autofahrer von der l\u00e4stigen Parkplatzsuche. Die Zahl der Parkpl\u00e4tze im Quartier selbst sollte auf ein Minimum reduziert und ihre Vergabe transparent bewirtschaftet werden.<\/li>\n<li>Im Inneren des Areals gilt: Verkehrspolitik richtet sich an den schw\u00e4chsten Verkehrsteilnehmern aus.<\/li>\n<li>Fu\u00df-und Radverkehr finden eine Infrastruktur vor, in der kurze Wege und maximale Sicherheit oberste Priorit\u00e4t haben.<\/li>\n<li>Die Aufenthaltsqualit\u00e4t geht vor Geschwindigkeit: keine schnurgeraden Stra\u00dfen, sondern extensive Nutzung von verkehrsberuhigten Bereichen mit vielen B\u00e4umen und starker Begr\u00fcnung der Bereiche.<\/li>\n<li>Ausnahmen f\u00fcr die Benutzung von Kfz werden zugeschnitten auf \u00d6PNV, Rettungsfahrzeuge, Lieferfahrzeuge, Taxi, mobilit\u00e4tseingeschr\u00e4nkte Anwohner, die auf ein Auto ange-wiesen sind, auf Be- und Entladen in unmittelbarer Wohnungsn\u00e4he. Bei all diesen Verkehrsarten wird umweltvertr\u00e4gliche Motorisierung gef\u00f6rdert.<\/li>\n<li>Die Anlieferung erfolgt von St\u00fctzpunkten (sog. Hubs) an der Peripherie aus mit Lastenfahrr\u00e4dern und Elektro-Lieferwagen. Davon w\u00fcrden Einzelhandel und andere Gewerbetreibende, Handwerksbetriebe usw. profitieren, weil der Kundenkontakt enger gestaltet werden kann als in konventionellen Stadtzentren.<\/li>\n<li>Im gesamten Quartier gilt grunds\u00e4tzlich Schrittgeschwindigkeit. Ausnahmen bis Tempo 30 gibt es f\u00fcr Radschnellwege und f\u00fcr wenige nur von Kfz befahrenen Strecken.<\/li>\n<li>Alle Einfallstra\u00dfen f\u00fcr motorisierten Individualverkehr sind Sackgassen, damit es nicht zu Durchfahrten auf \u201eSchleichwegen\u201c kommt.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>3.2 Verkehrliche Anbindung an die Umgebung und an das Stadtzentrum<\/strong><\/p>\n<p>Um das Areal herum f\u00fchrt eine Ringstra\u00dfe, die nicht \u2013 wie bisher \u00fcblich \u2013 als eine Art Stadtautobahn wahrgenommen wird, sondern den Regeln innerhalb des Quartiers angepasst wird (Tempo 30). Sie k\u00f6nnte evtl. als Einbahnstra\u00dfe ausgef\u00fchrt werden und wichtige Impulse und Erfahrungen liefern f\u00fcr eine neue Verkehrspolitik in ganz Paderborn und dar\u00fcber hinaus. Das gesamte Areal wird nach au\u00dfen erschlossen<\/p>\n<ul>\n<li>mittels gut ausgebautem \u00d6PNV von mehreren Stellen im Quartier aus f\u00fcr die Wege in die Innenstadt,<\/li>\n<li>durch Anbindung an die Bahnstrecke, damit auch Regionalverkehr ohne Auto auskommen kann, sowie Radschnellweg vom Bahnhof ins Stadtzentrum,<\/li>\n<li>durch Fu\u00dfwege und RadSCHNELLwege, ohne Umwege und mit m\u00f6glichst geringen Ber\u00fchrungspunkten zum motorisierten Individualverkehr, in die anderen Stadtviertel, f\u00fcr Beh\u00f6rdenwege und zum Einkaufen, letztere auch und besonders auf die zunehmende Zahl von Lastenfahrr\u00e4dern zugeschnitten. Wege zu Schulen und Kinderg\u00e4rten in anderen Stadtvierteln m\u00fcssen mit Fahrrad und zu Fu\u00df bew\u00e4ltigt werden k\u00f6nnen, ohne sich mit motorisiertem Verkehr zu kreuzen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>3.3 Verkn\u00fcpfung mit der Energiepolitik<\/strong><\/p>\n<p>Mobilit\u00e4t und die dazugeh\u00f6rige Infrastruktur m\u00fcssen in die energiepolitisch relevanten \u00fcbrigen Themen eingebettet und damit in Analogie zu den H\u00f6chststandards beim Bauen so gestaltet werden, dass sie auch zuk\u00fcnftigen technischen und organisatorischen Fortschritten hin zu mehr Umweltfreundlichkeit gewachsen sind: alternative Antriebe, Elektro-Zapfs\u00e4ulen an der Peripherie des Quartiers, autonomes Fahren, Car Sharing, u.v.a.m. \u2013 darunter wom\u00f6glich Entwicklungen, an die wir heute noch gar nicht denken. So k\u00f6nnte z.B. der Strom f\u00fcr die in das Quartier fahrenden Elektrofahrzeuge auch im Quartier erzeugt werden, und zwar umweltfreundlich (Photovoltaik).<\/p>\n<p>Von den drei in der Pr\u00e4sentation am 31.03.21 vorgestellten Ans\u00e4tzen scheint das Konzept Cityf\u00f6rster, Karres en Brands den oben beschriebenen Merkmalen auf den ersten Blick am meisten entgegen zu kommen; da aber in allen dreien noch sehr viel Spielr\u00e4ume aufgezeigt wurden, steht der Realisierung unserer Vorstellungen und Forderungen in keinem der Konzepte etwas entgegen. Vieles h\u00e4ngt davon ab, dass alle Beteiligten sich des selbst gesetzten Anspruches bewusst sind und danach handeln: dass das Barker Areal Europas innovativster Stadtteil werden soll.<\/p>\n<p><em><strong>Wir meinen, dass mit diesen pro gr\u00fcn Vorschl\u00e4gen zu den Themenbereichen Freiraum, Bau und Mobilit\u00e4t ein wirklich innovativer Stadtteil mit Modellcharakter entstehen k\u00f6nnte, der den Herausforderungen der Klimakrise, der Digitalisierung, der Mobilit\u00e4tswende und des demographischen Wandels gerecht wird, und der weit \u00fcber die Region hinaus ein starkes Signal f\u00fcr den Klima-und Umweltschutz und f\u00fcr menschenfreundliches Bauen und Wohnen setzen k\u00f6nnte.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p><em>Dieter Dubisch, Matthias Reiche, Fritz Buhr<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>INTERESSANTE LINKS, Extern:<\/p>\n<p>*1 <em>Informationen hierzu finden sich im internationalen Wissenslexikon passipedia (<a href=\"http:\/\/www.passipedia.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.passipedia.org<\/a> bzw. <a href=\"http:\/\/www.passipedia.de\">www.passipedia.de<\/a>) sowie der Homepage des Paderborner Nachhaltigkeits- und Passivhaus-Experten Dr. Bernd Steinm\u00fcller (<a href=\"http:\/\/www.bsmc.de\">www.bsmc.de<\/a>) sowie auf der Homepage von pro gr\u00fcn (<a href=\"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/mehrkosten-oder-wirtschaftlichkeit-durch-kompensation-von-folgekosten-passivhausbauweise-im-faktencheck\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">mehrkosten-oder-wirtschaftlichkeit-durch-kompensation-von-folgekosten-passivhausbauweise-im-faktencheck<\/a>)<\/em>.<\/p>\n<p>*2 <em><a href=\"http:\/\/www.bsmc.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.bsmc.de<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.passipedia.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.passipedia.de<\/a> mit weltweiten Beispielen in: <a href=\"http:\/\/passivehouse-database.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">passivehouse-database.org<\/a><\/em><\/p>\n<p>*3 Link auf diesen Seiten:\u00a0<a href=\"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/tag-des-wassers-2021-wie-sieht-es-in-zukunft-mit-unserem-trinkwasser-aus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>Tag des Wassers 2021: Wie sieht es in Zukunft mit unserem Trinkwasser aus?\u00a0<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>Weiterf\u00fchrender Interessanter Link au\u00dferdem: Bericht von Hans-Joachim Schellnhuber in der FAZ &#8220;Bauhaus f\u00fcr die Erde&#8221;\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/zeitung.faz.net\/faz\/feuilleton\/2021-04-22\/944773eaed98adbd13d3b8b9d85d72c9\/?GEPC=s5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>FAZ &#8211; Bauhaus f\u00fcr die Erde<\/em><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 12px;\"><em>pro gr\u00fcn e.V. Paderborn,\u00a0<\/em><em>die Redaktion<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einem Offenen Brief an den B\u00fcrgermeister der Stadt Paderborn, nachrichtlich an die Ratsfraktionen und die drei Planungsb\u00fcros, stellt pro gr\u00fcn die zentrale Forderung, den Klima- und Ressourcenschutz in den Mittelpunkt der Planungen zu stellen. Nur so k\u00f6nnten die Weichen im Modellgebiet des Konversionsquartiers der ehemaligen Barker Barracks in Richtung Zukunft gestellt werden, so die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[111,137,108,149,103,136,107,114,115],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2901"}],"collection":[{"href":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2901"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2901\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2905,"href":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2901\/revisions\/2905"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2901"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2901"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2901"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}