{"id":3270,"date":"2023-05-18T13:15:37","date_gmt":"2023-05-18T11:15:37","guid":{"rendered":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/?p=3270"},"modified":"2023-05-18T13:16:50","modified_gmt":"2023-05-18T11:16:50","slug":"loesungssuche-fuer-umweltschutz-und-wirtschaftliche-entwicklung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/loesungssuche-fuer-umweltschutz-und-wirtschaftliche-entwicklung\/","title":{"rendered":"L\u00f6sungssuche f\u00fcr Umweltschutz und wirtschaftliche Entwicklung"},"content":{"rendered":"<p><em>Einwendung gegen den Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. SN 282, II. \u00c4nderung \u201eHesse Mechatronics\u201c im Rahmen der Offenlegung<\/em><\/p>\n<p>Die Paderborner Natur- und Umweltschutzverb\u00e4nde NABU, BUND, Naturwissenschaftlicher Verein und der Umweltschutzverein pro gr\u00fcn wenden sich gegen den geplanten Bau eines Parkhauses im Bereich der im Fl\u00e4chennutzungsplan ausgewiesenen Waldfl\u00e4chen.<\/p>\n<p>Die im Umweltbericht aufgestellte Behauptung f\u00fcr die standortbezogene Betriebsentwicklung sei der Bau des Parkhauses auf Grund der betriebsnotwendigen Erweiterung am aktuellen Standort alternativlos ist sachlich falsch. Zur Begr\u00fcndung hei\u00dft es dort (S. 9):<\/p>\n<p>\u201eEine Erweiterung an anderer Stelle stellt aus funktionalen und betrieblichen Gr\u00fcnden keine Option dar. Die neuen Betriebseinheiten m\u00fcssen zur Sicherstellung funktionaler Abl\u00e4ufe mit den bestehenden direkt verkn\u00fcpft werden.\u201c<\/p>\n<p>Es ist nicht einsehbar, warum Autostellpl\u00e4tze f\u00fcr Mitarbeiter der Firma aus \u201efunktionalen und betrieblichen Gr\u00fcnden\u201c und zur \u201eSicherstellung funktionaler Abl\u00e4ufe\u201c zwingend auf dem Betriebsgel\u00e4nde errichtet werden m\u00fcssen. Welche betrieblichen Gr\u00fcnde sprechen dagegen und welche funktionalen Abl\u00e4ufe werden gest\u00f6rt, wenn Mitarbeiter der Firma einige hundert Meter von ihrem Autostellplatz zu ihrem Arbeitsplatzt zur\u00fccklegen m\u00fcssen? Sie sind nicht ersichtlich; es w\u00e4re im Gegenteil aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden sehr sinnvoll, wenn Autofahrer nach einer l\u00e4ngeren Autofahrt am Morgen und vor einer solchen am Abend einen kleinen Fu\u00dfweg von wenigen hundert Metern zur\u00fccklegen m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Nach der aktuellen Stellplatzverordnung NRW muss der Stellplatznachweis nicht mehr auf dem Betriebsgel\u00e4nde selbst nachgewiesen werden. Er kann auch au\u00dferhalb des Gel\u00e4ndes liegen Dabei gilt eine Entfernung von bis zu 500 m als zumutbar. Daher ist die Verwaltung der Stadt Paderborn mit Planungs-, Liegenschafts- und Gr\u00fcnfl\u00e4chenamt zusammen mit der Wirtschaftsf\u00f6rderungsgesellschaft gefordert die Firma zu unterst\u00fctzen im zumutbaren Umfeld der Firma Stellplatzm\u00f6glichkeiten zu finden, die es der Firma erm\u00f6glichen, die von der Bauordnung vorgeschriebenen Stellpl\u00e4tze f\u00fcr ihre Mitarbeiter zu stellen.<\/p>\n<p>Geeignete Fl\u00e4chen daf\u00fcr zu finden kann nicht Aufgabe von unseren Verb\u00e4nden sein. Dennoch haben wir dazu \u00dcberlegungen angestellt und schlagen eine ehemalige, im st\u00e4dtischen Besitz befindliche Deponiefl\u00e4che an der Hedwig-Dransfeld-Stra\u00dfe vor, auf der nach unserer Auffassung, wenn nicht ein Parkhaus so doch gewiss Parkpaletten errichtet werden k\u00f6nnten. Wir halten die Behauptung der Verwaltung der Baugrund sei selbst im Bereich der Stra\u00dfe f\u00fcr Parkpaletten nicht geeignet und die gesamte Fl\u00e4che von mehr als zwei Hektar Gr\u00f6\u00dfe sei f\u00fcr den hypothetischen Fall einer Erweiterung des Fu\u00dfballstadions zwingend vorzuhalten f\u00fcr nicht stichhaltig.<\/p>\n<p>Zudem w\u00fcrde nur ein geringer Teil der ehemaligen Deponiefl\u00e4che von mehr als 20.000 Quadratmetern ausreichen, f\u00fcr die von der Firma ben\u00f6tigten. Vorstellbar w\u00e4re auch die Errichtung von Parkpaletten auf einen Teil der jetzigen Stellpl\u00e4tze des Vereins, um damit die n\u00f6tige Anzahl an Stellpl\u00e4tzen bei einem zuk\u00fcnftigen hypothetischen Stadionausbau zu erstellen. Der Fu\u00dfweg von dem ehemaligen Deponiegel\u00e4nde zum Betriebsgel\u00e4nde w\u00e4re zwischen 200 und 300 m lang und damit durchaus zumutbar.<\/p>\n<p>Bei einem Abw\u00e4gungsprozess zwischen den wirtschaftlichen Interessen einer Firma und denen eines Sportvereins darf in Zeiten des Klimawandels und des damit verbundenen rasant wachsenden Artensterbens nicht die Natur das Opfer sein. Noch immer werden in Deutschland t\u00e4glich 55 Hektar Fl\u00e4che bebaut und gehen der Natur verloren. Wenn wir bis 2030 diesen Fl\u00e4chenverbrauch auf 30 Hektar t\u00e4glich reduzieren wollen und bis 2050 auf Netto-Null , m\u00fcssen wir bei Bauma\u00dfnahmen den Fl\u00e4chenverbrauch reduzieren, sonst k\u00f6nnen wir die Forderungen der EU-Biodiversit\u00e4tsstrategie , die wir 2021 in die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie \u00fcbernommen haben, nicht erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Im direkten Umfeld der Firma Hesse erstrecken sich Parkpl\u00e4tze \u00fcber etliche Quadratkilometer durch Firmen wie H\u00f6ffner, Hornbach Nixdorf-Nachfolger Firmen, Fu\u00dfballverein, Ahornsportplatz usw. Alle im Bereich der ehemaligen Almeaue mit den wertvollsten Ackerb\u00f6den im ganzen Kreisgebiet. Und jetzt soll ausgerechnet noch ein kleines Waldgebiet f\u00fcr weiteren Parkraum gerodet werden!<\/p>\n<p>Pro gr\u00fcn hat schon vor zwei Jahren in einer Pressemeldung und im vergangenen Jahr erneut in einem Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden der im Paderborner Rat vertretenen Parteien auf die \u00f6kologische Bedeutung dieses Waldes mit dem folgenden Text hingewiesen:<br \/>\n\u201eDas Waldst\u00fcck ist aufgrund seiner Klimawirkungen und seiner \u00f6kologischen Ausgleichsfunktionen, die in diesem Gewerbegebiet besonders wichtig sind, absolut schutzw\u00fcrdig. Auch als Trittstein-Biotop in Verbindung mit den umliegenden bepflanzten Restfl\u00e4chen und der Alme-Aue hat es gro\u00dfe Bedeutung. Es ist auch gro\u00df genug, um ein eigenst\u00e4ndiges Kleinklima mit eigenst\u00e4ndigen Lebensraumbedingungen f\u00fcr Tiere und Pflanzen zu bieten.\u201c<br \/>\nDiese Aussagen behalten weiterhin ihre G\u00fcltigkeit. Sie werden zudem best\u00e4tigt durch das zwischenzeitlich erstellte faunistische Gutachten, in dem f\u00fcr das fragliche Waldst\u00fcck 23 Brutvogelarten nachgewiesen werden, davon 5 aussterbende Arten der \u201eRoten Listen\u201c, dazu gesch\u00fctzte Fledermausarten sowie die europaweit auf Roten Listen stehende Haselmaus. Die Bemerkung des Copris-Gutachtens, die V\u00f6gel w\u00e4ren dort keine \u201eTraditionsbr\u00fcter\u201c und es best\u00e4nden \u201eAusweichm\u00f6glichkeiten\u201c ist aus Artenschutzsicht v\u00f6llig inakzeptabel, da es einen vergleichbaren Waldbestand im Umfeld nicht gibt.<br \/>\nAus floristischer Sicht ist hinzuzuf\u00fcgen, dass sich auf der ehemaligen Ruderalfl\u00e4che in einem Zeitraum von etwa 50 Jahren ohne menschliches Zutun ein Geh\u00f6lz- und Baumbestand entwickelt hat, der hier nat\u00fcrlich w\u00e4chst und gute Chancen hat, im Klimawandel weiterhin zu bestehen.<br \/>\nG\u00e4nzlich unverst\u00e4ndlich sind die Ausf\u00fchrungen der Verwaltung bei der B\u00fcrgerinformation am 25. April 2023, nach denen als Ausgleichma\u00dfnahme f\u00fcr die gerodete Waldfl\u00e4che am Graben in der Hedwig-Dransfeld-Stra\u00dfe ein Geh\u00f6lzstreifen angepflanzt werden sollte um eine Vernetzung des Gebietes zur Alme hin zu schaffen. Erst das Trittsteinbiotop zerst\u00f6ren, um dann ein Parkhaus mit einem Geh\u00f6lzstreifen mit den Resten der Almeaue zu vernetzen macht keinen Sinn. Umgekehrt w\u00fcrde es Sinn machen, das jetzt noch vorhandene Waldst\u00fcck mit der Aue zu vernetzen um es aus der Insellage heraus zubekommen.<br \/>\n<strong>Wichtig ist, dass hier nicht Umweltschutz und wirtschaftliche Entwicklung gegeneinander ausgespielt werden, sondern dass nach einer L\u00f6sung gesucht wird, die sowohl den Schutz des wertvollen W\u00e4ldchens wie auch die wirtschaftliche Weiterentwicklung des Betriebes erm\u00f6glicht.<\/strong><\/p>\n<p>Otmar L\u00fcke, Naturschutzbund Deutschland (NABU)<br \/>\nMarkus M\u00fcller, Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)<br \/>\nReinhard Sch\u00e4ck, Naturwissenschaftlicher Verein Paderborn e. V.<br \/>\nDieter Dubisch, Gemeinn\u00fctziger Umweltschutzverein pro gr\u00fcn e. V. Paderborn<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #99cc00;\">______________________________________________________________________<\/span><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/neu.progruen-paderborn.de\/pgpb\/die-stimmen-der-waldbewohner\/\">Die Stimmen der Waldbewohner \u2013 Schutz f\u00fcr ein W\u00e4ldchen in Paderborn<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einwendung gegen den Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. SN 282, II. \u00c4nderung \u201eHesse Mechatronics\u201c im Rahmen der Offenlegung Die Paderborner Natur- und Umweltschutzverb\u00e4nde NABU, BUND, Naturwissenschaftlicher Verein und der Umweltschutzverein pro gr\u00fcn wenden sich gegen den geplanten Bau eines Parkhauses im Bereich der im Fl\u00e4chennutzungsplan ausgewiesenen Waldfl\u00e4chen. 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