Fragen an die Bezirksregierung Detmold zum Grundwasserzustand Wasserwerk „Boker Heide“

Im Rahmen des Beteiligungsverfahrens: Bewilligung Entnahme Grundwasser Brunnen I, II, IV Wasserwerk „Boker Heide“ Antr.: Gemeinschaftswasserwerke Boker Heide GmbH haben wir (pro grün e.V. Paderborn) am 29. November 2019, folgende Fragen an die Bezirksregierung Detmold gestellt:

Frage 1

Laut Gutachten (WRA-Schmechten) ergaben sich in der Vergangenheit Überschreitungen der empfohlenen GOW-Werte für einige der gemessenen Metaboliten (siehe 4.6.3 Seite27ff). Gibt es Überlegungen, eine zusätzliche, vorsorgende Aufbereitung beispielsweise mit Aktivkohlefiltern vorzuschreiben?

Frage 2

Die Flächen im Einzugsgebiet sollten, durch Verträge mit der Landwirtschaft gesichert, weniger mit Pestiziden belastet sein. Gibt es Nachweise, dass die Grundwasserbelastung durch Pestizide im Einzugsgebiet geringer ausfällt, als außerhalb der Vertragsflächen?

Frage 3

Seit wann sind die o.g. Überschreitungen bekannt?

Frage 4

Wurden diese Belastungen den Benutzern privater Brunnen mitgeteilt? Wenn ja, wann?

Frage 5

Welche Maßnahmen wurden wann eingeleitet, um die Überschreitungen der empfohlenen GOW-Werte zu senken?

Frage 6

Die Grafik im Gutachten (WRA-Schmechten) auf Seite 28 suggeriert eine abnehmende Belastung. Vermutlich ist dieser Rückgang auf einen Wechsel der Landwirte zu anderen Pestiziden zurück zu führen. Wurde zwischenzeitlich auf weitere Metabolite (ggf. anderer Pestizide) untersucht? Wenn ja, welche Ergebnisse haben sich daraus ergeben?

Frage 7

Gibt es eine Auflistung der Pestizide, die im Einzugsgebiet des Boker Wasserwerkes zum Einsatz kommen? Wenn ja, in welchen Mengen wurden welche Mittel in den Jahren 2016 bis 2019 eingesetzt?

Frage 8

Nach welchen Kriterien wird festgelegt, welche Metabolite welcher Pestizide, untersucht werden sollen?

Frage 9

Können Sie ausschließen, dass Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Rückständen bzw. zwischen einzelnen Metaboliten und weiteren Bestandteilen (beispielsweise Medikamentenrückstände) des Rohwassers auftreten, die die Gesundheit der Konsumenten beeinträchtigen?

Frage 10

Auf Seite 42 des Gutachtens (WRA-Schmechten) wird beschrieben, dass der (Lippe-)Uferfiltrat-Anteil zu Trockenzeiten erheblich ansteigt. Da im Zuge der Klimaveränderung die Wahrscheinlichkeit der Wetterextreme, also auch der Trockenperioden zukünftig zunehmen wird, bieten sich zusätzliche Vorsorgemaßnahmen an.  Welche Parameter (Medikamentenrückstände, Mikroplastik etc.) werden z.Z. bezüglich. des Uferfiltrates untersucht und welche Werte wurden festgestellt?

Frage 11

Sind die auf Seite 67 des Gutachtens (WRA-Schmechten) für das Grundwassermonitoring empfohlenen ( „im Jahre 2012 auffälligen“) Parameter noch aktuell bzw. zeitgemäß? Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob die Wasserschutzgebietsverordnung „Boker Heide“ ausreichende Regelungen (§ 6,7 und 10) enthält, um einer Verschlechterung / Verbesserung des Grundwassers im Sinn der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie zu vermeiden/ zu bewirken.

Mit freundlichen Grüßen

Dieter Dubisch

pro grün Vorsitzender

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Sobald eine Beantwortung der Fragen erfolgt werden wir auf diesen Seiten berichten.

Wasserglas

 

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