Im aktuellen Newsletter der grünen Ratsfraktion erläutert Fraktionssprecher Klaus Schröder die Haltung zum Bauprojekt Winkelland. Dabei wird konkret Bezug genommen auf unsere* Presse-Veröffentlichung vom 04.05.2026 „Kritik an Paderborner Neubaugebiet: Pro Grün findet Winkelland überflüssig“.
Insbesondere für zwei Aussagen im grünen Newsletter sehen wir* die Notwendigkeit der Richtigstellung, um einen demokratischen Austausch auf Grundlage von Daten und Fakten zu gewährleisten.
Konkret geht es um die Aussagen: “pro grün mischt (geförderte) Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser durcheinander. Wir sind der Ansicht, dass Menschen selbst entscheiden, wie sie leben wollen. Bis im Zukunftsquartier gebaut werden kann, wird es sicherlich noch zehn vielleicht sogar 15 Jahre dauern. Jemand, der heute für die Familien einen Bauplatz sucht, wird wohl kaum so lange warten.”
Wir stellen fest: In unserer Presseveröffentlichung vom 04.05.2026 mischen wir die unterschiedlichen Wohnraumangebote nicht durcheinander! Pro grün unsaubere, unqualifizierte Argumentation zu unterstellen, werten wir angesichts unserer Vereinsreputation als unfairen, nicht akzeptierbaren Angriff.
Wenn pro grün in der Presseerklärung zu Winkelland feststellt: „Investoren für das Alanbrooke-Areal geben ihre Vorhaben entweder auf oder finden keine Interessenten für bereits fertige Eigentumswohnungen“, dann sind in dieser Aussage die Detailinformationen komprimiert aus der Konversionsplattform Alanbrooke („Übersicht der verkauften Baufelder & Vermarktung der Wohnungen“) in Verbindung mit den Detailrecherchen u.a. aus NW-Bericht, N.Tüns / 22.04.2026 „Insolventer Investor verkauft Alanbrooke-Grundstück in Paderborn“ zusammengefasst.
Die mangelnde Investitionstätigkeit auf Alanbrooke gilt sowohl für geplante Reiheneigenhäuser zum Eigentum wie für geplante Eigentumswohnungen aufgrund fehlender Nachfrage.
Wenn die Nachfrage nach Einfamilienreihenhäusern und Eigentumswohnungen auf Alanbrooke (aus Kapitalgründen) derart schwach ist, warum sollte sie für die geplanten Eigenheime in Winkelland vorhanden sein? Aus dieser Sachlage folgt die Position von pro grün, dass Winkelland ein unnötiger Flächenverbrauch auf der grünen Wiese sein wird und durch die erheblichen Erschließungskosten eine Fehlinvestition für den kommunalen Haushalt bedeuten kann. Diese Frage sollte unserer Meinung nach intensiv von Verwaltung und Politik beleuchtet werden, bevor mögliche haushaltsrelevante Fehlinvestitionen mit der Erschließung von Winkelland getätigt werden.
In der Diskussion um kommunalen Baugrund als Steuerungsinstrument darf nicht vergessen werden, dass innerstädtisch Anteile an privaten Baugrundstücken für die verschiedenen Wohnformen – auch für Eigenheime – vorhanden sind. Der Antrag der grünen Ratsfraktion für eine Grundsteuer C belegt diese These.
Warum also soll mit Winkelland der begrenzte kommunal verfügbare Grund und Boden für Wohnformen angeboten werden, für die aus Sicht einer nachhaltigen, sozialen Stadtentwicklung ein nachrangiger Bedarf besteht? Vielmehr muss gelten: Sparsamer Flächenverbrauch des begrenzten kommunal verfügbaren Grund und Bodens für sozialpolitisch erforderliche gemeinwohlorientierte Wohnraumschaffung – möglichst über Erbpacht.
Auch der Aussage der grünen Ratsfraktion, dass im Zukunftsquartier erst in zehn bis 15 Jahren gebaut werden könne, stellen wir die Fakten aus „Baustellen-Update Zukunftsquartier“ und entsprechende Beschlusslagen zum ISEK Zukunftsquartier entgegen. Ein für die Wohnbedarfe relevanter Teilabschnitt des Zukunftsquartiers wird aufgrund der Inanspruchnahme der Verbilligungstatbestände in den nächsten fünf Jahren Wohnraumangebote schaffen.
„Baustellen-Update Zukunftsquartier“ Fahrplan 2026-2028: „…Stadtverwaltung und Fachbüros bereiten alles vor, um Anfang 2027 mit der Erschließung zu starten. Parallel wird der Bebauungsplan weiterentwickelt, damit das Baurecht für die ersten Grundstücke frühzeitig gesichert ist. Wann kommen welche Grundstücke auf den Markt – für Wohnen, Gewerbe oder andere Nutzungen? Und wie läuft die Veräußerung ab? Bis Ende 2026 erarbeiten wir ein konkretes Vermarktungskonzept für den ersten Entwicklungsabschnitt des Zukunftsquartiers. Dann erfahren Sie, was wann möglich ist – und können sich rechtzeitig einbringen”.
Zusammenfassend plädieren wir für eine gemeinsame und faire Kooperation aller demokratischen Kräfte in Paderborn zugunsten einer gemeinwohlorientierten nachhaltigen Wohnungspolitik.
*gemeinnütziger Umweltschutzverein pro grün e.V. Paderborn
